Der Lerner hat das Wort: Birgit Schultz – Marketingberaterin bei „Rat & Tat Marketing“

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Ab sofort gibt es auf meinem Blog eine neue Rubrik: Der Lerner hat das Wort. Einmal pro Monat berichtet ein Sprachlerner von seinen Erfahrungen, gibt dir Tipps, empfiehlt dir Materialien und erzählt dir von seiner persönlichen Lernreise. Du erfährst vieles über die Person selbst – und heute macht den Anfang …

Birgit Schultz

Birgit habe ich über Facebook kennengelernt. Sie ist Marketingberaterin und lernt …

… das erfährst du alles im Interview! Viel Spaß beim Lesen!

Erzähle mir ein bisschen von dir – wer bist du, wo wohnst du, was arbeitest du? Welche Sprachen sprichst du?

Hallo Christine, vielen Dank, dass ich etwas über mich in Deinem Blog erzählen darf. Mein Name ist Birgit Schultz, ich bin Jahrgang 1966, komme gebürtig aus Dortmund und lebe seit bald 25 Jahren in der kleinen Nachbarstadt Castrop-Rauxel. Ich arbeite seit 1993 im Marketing und bin seit 2003 selbstständig als Marketing-Beraterin mit „Rat & Tat Marketing“.

Seit Januar 2016 habe ich als weiteres Projekt „Marketing-Zauber“ ins Leben gerufen. Meine Zielgruppe sind Unternehmerinnen, die ihre Kunden direkt persönlich bedienen, wie zum Beispiel die Restaurantinhaberin, die Ernährungsberaterin oder die Floristin. Ihnen helfe ich, ihren professionellen Unternehmensauftritt sowohl innerhalb als auch außerhalb des Internets aufzubauen.

Meine Muttersprache ist Deutsch, ich habe Englisch studiert und spreche es fließend. Seit einigen Jahren lerne ich nun Spanisch, verstehe vieles ganz gut, habe aber immer noch Probleme zu sprechen.

Ich habe aber in meinem Leben noch viel mehr Sprachen „gesammelt“: In der Schule hatte ich Latein (kleines Latinum) und war Mitglied in einer Altgriechisch-AG. An Neugriechisch habe ich mich dann während des Studiums versucht, aber das war mir dann doch zu viel. Während meines Studienaufenthaltes in Aberdeen habe ich für ein halbes Jahr lang Schottisches Gälisch gelernt – und leider inzwischen alles wieder vergessen. Use it – or loose it! Hier habe ich es ganz besonders krass gemerkt.

 

Wenn du eine neue Sprache lernst, welche Strategie verfolgst du? Wie lernst du?

Ich lerne gerne mit allem, was mir Spaß macht – und das ist eine Menge! Ganz besonders begeistert bin ich von den Möglichkeiten, die mir Smartphone und Tablet bieten. Hier habe ich so ziemlich alles installiert, was mir das regelrechte Eintauchen in meine Lernsprache Spanisch ermöglicht:

HelloTalk für den Sprachaustausch und Babbel zum Lernen von Grammatik und neuen Vokabeln. Das Pons Online Wörterbuch mit dem Pons Vokabeltrainer, den ich besonders für das erstmalige Aneignen von Vokabeln liebe. Die Vertiefung mache ich dann aber lieber mit Anki.

Außerdem habe ich Sprachspiele (Hangman und Letrix en Espanol) sowie Random Numbers installiert. Letzteres ist toll zum Zahlen-üben. Auch Quizduell hat auf Spanisch den Weg auf mein Tablet gefunden, aber da konnte ich natülich nie gewinnen. Trotzdem hat es Spaß gemacht. Selbstverständlich dürfen Konjugationstrainer nicht fehlen und für Notfälle ist Google Übersetzer mein Freund.

Ich habe die Apps von rtve.es und Atres, den spanischen Fernsehsendern, installiert. News in Slow Spanish als Podcast-App sowie einige Podcasts zum Spanisch-Lernen – leider gibt es da keine guten aus Deutschland. Aber Light Speed Spanish und Coffee Break Spanish finde ich klasse – und da ich fließend Englisch spreche und seinerzeit auch Gälisch natürlich über Englisch gelernt habe, ist das kein Problem.

Weiterhin habe ich im Einsatz: Comics (hier kaufe ich mir immer die deutsche und die spanische Ausgabe. Tim & Struppi ist gerade für mich als Anfänger wegen der sehr einfachen und klaren Sprache prima), Bücher (ich lese gleichzeitig La Ciudad de los Bestias von Isabel Allende auf Deutsch und auf Spanisch – allerdings fordert mich das sehr, ich komme da nur sehr langsam vorwärts).

Bei jeder Blueray, die ich mir ausleihe, schaue ich, ob auch eine spanische Sprachspur vorhanden ist und den Netflix-Support habe ich nicht erst einmal genervt … Genial fand ich „Destinos“, das frei im Internet verfügbar ist – und meine Spanischlehrerin machte mich auf „Los Misterios de Laura“ aufmerksam, das mit Untertiteln online abrufbar ist.

Ich bin ein großer Hörspiel-Fan und so habe ich auch Audible bereits nach passender „Lektüre“ abgegrast. Höre rein und lese gleichzeitig den Text mit.

Für meine Spielkind-Natur habe ich mir die Magnetic Poetry Sets Kids‘ Spanish Kit und Spanish gekauft. Aber wenn ich mal richtig systematisch Grammatik üben will, sind die „Durchstarten“ Bände aus Österreich mein Mittel der Wahl.

Ich habe auch schon Sprachpartner über HelloTalk und italki gefunden, mit denen ich mich per Skype ausgetauscht habe. Außerdem habe ich Spanisch-Unterricht an der AltenAkademie in Dortmund mitgemacht, wo ich auch als Dozentin für PC und Android arbeite. Der Spanisch-Kurs liegt praktischerweise in meiner Mittagspause. Leider fehlt mir aktuell aber die Zeit durch den Aufbau von Marketing-Zauber.

Während ich sonst am Abend locker zwei bis drei Stunden Spanisch gelernt habe, komme ich aktuell gerade mal auf ein bis zwei Stunden pro Woche. Aber ich habe auch einige Blogs und Facebook-Seiten auf Spanisch abonniert, so dass ich zumindest ein paar Sätze jeden Tag lese und zu verstehen versuche.

 

Wie hat sich dein Lernen im Laufe der Jahre verändert?

In der Schule habe ich so gelernt, wie es damals in den 1970ern üblich war: Mit dem Vokabelheft (ich habe es gehasst … ich wusste immer, welche Vokabeln aufeinander folgen aber nie die Übersetzung …), mit Grammatikübungen („structure drill“ – bäh!), Sprachspielen in Vertretungsstunden („Vier-Ecken-Spiel“) und ganz ganz selten mal mit aufregenden Ausflügen ins Sprachlabor. Der Schüleraustausch mit einer Schule in Swindon 1981 ist mir unvergessen. 🙂

Vokabeln lernen mit Karteikarten habe ich dann in Aberdeen beim Gälisch-Lernen erstmals kennen gelernt – und war von der Effizienz beeindruckt.

Inzwischen weiß ich, dass es wichtig ist, eine Sprache permanent anzuwenden und zu nutzen, um sie auch wirklich nicht zu vergessen und weiter fließend sprechen zu können. Das war mir in der Schule nicht so ganz klar.

 

Hast du eine Lieblingssprache?

Nein, ich liebe alle drei Sprachen, die ich spreche.

 

Gibt es Blogs oder Podcasts, denen du regelmäßig folgst?

Ja, siehe oben: Light Speed Spanish und Coffee Break Spanish höre ich regelmäßig. Dann lese ich sehr gern den Blog von Benny Lewis (Fluent in 3 months) und Howtolearnspanish. Ich habe aber noch rund 20 Blogs mehr abonniert. Und seitdem ich Dich kenne, lese ich sehr gerne Deine Beiträge.

 

Welche Materialien nutzt du zum Sprachenlernen?

Wie oben bereits beschrieben: Bücher, Comics, Apps, Videos, Audio, Software, Spiele – alles, was mit Spanisch zu tun hat.

 

Woher nimmst du deine Motivation zum Lernen?

Der Weg ist das Ziel. Es macht mir einfach Spaß zu sehen, wie ich langsam aber stetig immer mehr verstehe. Mein Ziel ist es, mich genau wie auf Englisch, in der Sprache wohl zu fühlen, spanische Bücher, Filme, Radiosendungen zu verstehen und mich mit Spaniern in jeder Lebenssituation verständigen zu können.

 

Was würdest du einem Lerner empfehlen, der mit einer neuen Sprache beginnen möchte? Wie soll er anfangen? Wie wichtig findest du Grammatik?

Anfängern rate ich, immer das in der Fremdsprache zu tun, was man auch so in seiner Freizeit gern unternimmt. Dann lernt man zwar nicht nebenbei, aber das Lernen macht so einfach mehr Spaß. Wie anfangen? Wie es gerade kommt. Beschäftigt man sich erst mal mit dem Sprachenlernen und sammelt Ideen, wie und womit man lernen kann, hat man sehr schnell eher ein Luxusproblem, dass man nicht mehr weiß, was man denn als nächstes am liebsten machen will.

Grammatik ist so ein Thema … Ich nutze sie, um zu verstehen, wie eine Sprache funktioniert, versuche dann, über Übungen die Muster einzuüben und dann nicht mehr darüber nachzudenken. Ich finde es schrecklich, wenn mir beim Versuch zu sprechen, die Grammatik im Weg ist (muss ich jetzt Imperfecto oder Indefinido anwenden?) – da mache ich lieber einen Fehler und vertraue darauf, dass mich die Spanier schon verstehen. – Was sie meist tun, es sei denn, ich muss ein R rollen … das kann ich nämlich trotz beständigen Übens immer noch nicht.

 

Wie wichtig ist deiner Meinung nach Talent?

Hilfreich, aber kein Muss. Ich habe bestimmt kein Sprachtalent aber Sprachgefühl schon. Wenn man eine Sprache wirklich sprechen können will, findet man Wege, keine Gründe.

 

Wie viel Zeit investierst du in das Sprachenlernen?

Wie bereits erwähnt: Wenn ich die Zeit finde, können es schon mal zwei, drei oder – wenn ich frei habe – noch mehr Stunden am Tag sein. Momentan bin ich froh, wenn ich so ein, zwei Stunden die Woche schaffe.

 

Du weißt, dass du ein Sprachen-Nerd bist, wenn du …

… mindestens 10 Apps zum Sprachenlernen auf Deinem Smartphone hast.

Möchtest du noch etwas hinzufügen?

Ich denke, dass viele Menschen eine falsche Vorstellung vom Sprachenlernen haben und meinen, dass dies unbedingt mit Mühsal und sturem Pauken zu tun hat. Das Gegenteil ist der Fall. Man muss sich nur auf den Weg machen.



Vielen Dank, liebe Birgit, für das interessante Interview!

Wenn du jetzt neugierig auf Birgit geworden bist, dann schaue doch einmal auf ihrer Webseite vorbei. Du findest sie unter Marketing-Zauber – ein Besuch lohnt sich!

2 Kommentare

  1. Thanks for reblogging!

  2. the italian language specialist

    25/04/2016 at 09:28

    Hat dies auf Italian in Italy's Blog rebloggt und kommentierte:
    … and always something for our German speaking students !

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