Die fünf Stufen des Lernens – Teil 1

Die fünf Stufen des Lernens Teil 1Hallo!

Jeder Lernprozess besteht aus fünf Lernstufen, die nacheinander durchlaufen werden. Jeweils die nächste Stufe ist abhängig von der vorherigen, so dass kein Lernschritt übersprungen werden kann. Heute geht es um die ersten drei dieser fünf Stufen, das nächste Mal geht es um die vierte und fünfte Stufe.

Die ersten drei dieser fünf Stufen sind:

1) Wahrnehmung des Lernstoffes

Du liest also einen Artikel, siehst eine Vokabelliste, schlägst deine Grammatik auf, hörst eine Radiosendung. In diesem Moment nimmst du erst einmal nur wahr, dass es sich um Texte, Wörter, Grammatikregeln oder Aufnahmen handelt, die in deiner Fremdsprache abgefasst sind. Zu diesem Zeitpunkt ist dir noch nicht bewusst, dass es möglichlerweise Lernstoff sein könnte. Vielleicht wird aber schon deine Aufmerksamkeit geweckt, vielleicht stellst du fest, dass diese Materialien von Nutzen für dich sein könnten. Ein konkretes Beispiel wäre ein gesprochener Dialog in einem Restaurant, den du (vielleicht sogar nur zufällig) hörst.

2) Erkennen des Lernstoffes

Jetzt beginnt die Phase, in der du diese Materialien einordnest. Könnte das Thema wichtig für dich sein? Könnte die Vokabelliste beim Lernen der Sprache weiterhelfen? Würde dich die Anwendung dieser Grammatikregel beim Sprechen oder Schreiben weiterbringen? Kannst du vielleicht Redewendungen aus diesem Text gebrauchen? Willst du in ein Restaurant gehen und brauchst einen Dialog wie diesen, den du gerade hörst?

Hier ist also der Punkt, an dem du nach Verknüpfungen zu deinem Leben suchst, also die Frage stellst: Nutzt es mir etwas, wenn ich das lerne? Jetzt fängst du also an, Materialien nach dem Nutzen und der Wichtigkeit für deinen Lernprozess und dein Leben einzustufen. Du bemerkst, dass die erhaltene Information interessant für dich sein könnte und beschließt, sie dir zu merken. Bei unserem Dialog wäre das die Verknüpfung: Im Urlaub gehst du oft in Restaurants, es wäre toll, wenn du solche Bestellungen auch in der Landessprache abwickeln könntest. Für das Lernen bedeutet das: Das willst du dir merken. Du merkst also: Je mehr ein eventueller Lernstoff mit dir zu tun hat, desto interessanter ist er für dich.

3) Abspeichern der neuen Inhalte

Im dritten Schritt werden die neuen Inhalte und Informationen, also Grammatikregeln, Vokabeln, Satzstrukturen, Satzmelodie, Sachinformationen (wie: Was gibt es dort überhaupt als Hauptgericht?) abgespeichert. Das geschieht, indem du prüfst, welchen Bezug du zum Thema hast, also ob du schon ensprechende Informationen hast – das fällt dir leichter, wenn du in unserem konkreten Beispiel schon öfter in einem Restaurant gegessen hast und also weißt, wie ein Bestellvorgang abläuft. Wenn du aber keine brauchbaren Informationen findest, also über das Thema noch nichts weißt, musst du einen neuen „Ordner“ anlegen und Zusatzinformationen besorgen. In Italien oder Österreich kannst du relativ problemlos Essen bestellen, in Thailand, Grönland oder Japan ist das vielleicht eher schwierig. Vielleicht gibt es ja auch Bräuche, die du nicht kennst. All das musst du vorher wissen, wenn du nicht in diverse Fettnäpfchen treten willst.

Versuche also immer, neue Inhalte an alte Inhalte „anzudocken“ – also Unbekanntes mit Bekanntem zu verknüpfen. Dadurch behältst du den neuen Lernstoff leichter und alles ist im Gehirn gleich gut sortiert und beim nächsten Mal gleich griffbereit.

… und die letzten beiden Stufen gibt es das nächste Mal!

Herzliche Grüße

Christine Konstantinidis

2 Kommentare

  1. Christiane

    11/08/2014 at 09:51

    Prima, ich freue mich auf die letzten 2 Stufen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.