Lerne erfolgreich durch Routinen, Gewohnheiten und die richtigen Tools – ein Gastbeitrag von Torsten vom Ausdauerblog

ausdauerblog

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Torsten Pretzsch vom Ausdauerblog. Ich habe letzten Freitag einen Artikel zum Thema „Wie du langfristig motiviert bleibst“ auf seinem Blog veröffentlicht, heute veröffentlicht Torsten bei mir. Es geht um Routinen und Gewohnheiten, das ist ein Thema, das auch mir sehr am Herzen liegt, daher habe ich mich sehr über Torstens Themenauswahl gefreut. Ich übergebe also das Wort! Die Informationen zu Torsten und seinem Blog befinden sich am Ende des Artikels.

Glaubst du, dass dein Talent zum Erlernen einer Sprache nur sehr begrenzt ist?

Bist du dir ganz sicher, dass das nicht nur eine der vielen Ausreden ist? Bei mir war es so. Als Ingenieur überwiegt das mathematisch, technische Verständnis und da sind nun einmal Fremdsprachen nicht mein Ding.

Mit dieser Einstellung lebte ich lange und relativ gut. Dennoch ärgerte es mich im stillen Kämmerlein und ich bewunderte alle Leute, die viele Sprachen und das auch noch auf einem guten Niveau sprechen.

Doch dank meiner Ausrede habe ich dem Sprachtraining einfach nicht die notwendige Priorität zugewiesen. Das änderte sich ziemlich abrupt, als ich das erste Mal im Job mein angerostetes Schulenglisch wirklich anwenden musste.

Ein Auslöser zum Umdenken

Manchmal hilft nur der Holzhammer und da war es nun, mein erstes internationales Projekt mit Franzosen, US-Amerikanern und Deutschen – Projektsprache zu 100% Englisch und ich konnte mich als Projektleiter ganz sicher nicht mehr verstecken. Plötzlich war die Priorität da und ich begann zu lernen.

Auch erinnerte ich mich, dass ich in der Schule und im Studium ziemlich gut in Englisch war. Nur – und da liegt das Hauptproblem vielerlei Schulbildung – meine Begeisterung wurde nie geweckt und mit der fehlenden Begeisterung ging auch das Interesse irgendwann schlafen.

Klar, für den Urlaub hat es noch gereicht, aber ein Buch auf Englisch zu lesen, fiel mir im Traum nicht ein. Von Projektmeetings ganz zu schweigen – doch das sollte sich ändern. Denn aus Notwendigkeit wurde Vergnügen und mittlerweile sind englischsprachige Quellen gar keine Hürde mehr.

Wenn es dir ähnlich ergeht, fragst du dich sicher, wie du dahin kommen kannst?

Die Macht der Gewohnheit

Wenn du deine Einstellung gefunden hast, gilt es das Lernen als Gewohnheit zu etablieren. Man sagt, man muss eine neue Gewohnheit mindestens 30 Tage am Stück durchführen, damit es zur Routine wird. Bei mir hat es länger gedauert, aber es hat sich gelohnt.

• Integriere das Lernen in den deinen Alltag

Vokabeltraining kann die gleiche Routine wie Zähneputzen werden. Glaubst du nicht? Probiere es aus. Als erstes brauchst du einen Triggerpunkt – einen Auslöser, der dich trainieren lässt. Bei mir war es anfangs die Bahnfahrt ins Büro. Dort nahm ich mir 10 Minuten Zeit zum Vokabeltraining. Nur 10 Minuten? Ja – nur 10 Minuten täglich, das sind 5 Stunden im Monat und 60 Stunden im Jahr – eine ganze Menge also!

• Setze dir Erinnerungen

Falls das mit dem Triggerpunkt nicht funktioniert, dann versuche es mit einer täglichen Erinnerung in deiner ToDo-Liste. Das mache ich bis heute und so vergesse ich das tägliche Training ganz sicher nicht.

Aus Gewohnheiten werden Routinen

Den Weg von der Gewohnheit zur Routine habe ich dir jetzt erklärt. Welche Routinen sind das, die dir beim Lernen helfen können? Ich stelle dir drei Möglichkeiten vor, die mir sehr geholfen haben, mein Sprachniveau anzuheben.

1. Tägliches Vokabeltraining während der Morgenroutine

Wie schon erwähnt, ist das tägliche Lernen deine beste Waffe beim Trainieren. Was im Sport selbstverständlich und logisch ist, ist es auch in anderen Lebensbereichen. Nur durch (tägliches) Training wirst du besser. Baue das tägliche Training in deine Morgenroutine ein. Das hilft nicht nur deinem Sprachniveau, sondern auch dein Geist ist danach hellwach.

2. Höre englische Podcasts

Ich liebe Podcasts, aber hatte Hemmungen, englischsprachige Podcasts zu hören, da es mir schlichtweg zu anstrengend war. Da half eine kurze Serie der BBC – „6 minute english“. Und 6 Minuten Aufmerksamkeit und Konzentration bekommst du auch hin, oder?

3. Lese englische Blogs

Blogging ist in den USA eine ganz große Nummer und die amerikanischen Blogger sind die Trendsetter der Szene. Lese auch du mindestens einen englischsprachigen Blog. Am besten benutzt du dafür einen RSS-Reader, damit du dich auf das Wesentliche, den Text, konzentrieren kannst.

Ein Tool für alle Fälle – Babbel

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Sprache zu erlernen. Ein Tool, welches dich dabei bestens unterstützt, ist Babbel. Babbel ist eine Online-Sprachlern-Software, die neben unzähligen Sprachen und Kursen, einer guten Community vor allem einen wirklich exzellenten Vokabeltrainer besitzt.


Die Vorteile von Babbel im Überblick:

• Hohe Langzeitmotivation

Durch sinnvolle und intelligente Wiederholung von Vokabeln in einem Rhythmus, der deinem Lerntempo entspricht, besitzt Babbel eine unheimlich hohe Langzeitmotivation.

• Babbel gibt es auf vielen Plattformen

Ob in deinem Webbrowser oder mobil auf Handy oder Tablet. Babbel gibt es auf nahezu allen Systemen mit hoher Funktionsvielfalt. Dabei sehen die einzelnen Applikationen noch sehr schick aus und synchronisieren sich selbstverständlich untereinander. Auch offline kannst du die Babbel-App nutzen, was ich des Öfteren im Flugzeug nutze. Oder im Zug auf dem Weg ins Büro.

• Es gibt eine große Auswahl an Kursen mit vielen Themen

Du willst dich auf einen Urlaub vorbereiten? Oder etwas über Sport erzählen? Babbel bietet eine Vielzahl von Kursen und das nicht nur für die Freizeit. Auch Business-Englisch ist ganz stark vertreten. Selbstverständlich landen alle Vokabeln aus den Kursen in deinem Vokabeltrainer.


Die Nachteile von Babbel:
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Aber ähnlich wie an einem Sommertag im Park ist der Schatten bei Babbel nur sehr klein.

• Babbel ist nicht kostenlos

Auch wenn die App erstmals nichts kostet, sobald du sie richtig benutzen möchtest, musst du für Babbel zahlen. Doch das ist aufgrund der Funktionsvielfalt nur logisch und fair. Noch dazu ist die Gebühr sehr gering. Zum Zeitpunkt des Artikel waren es 19,95 € für 3 Monate. Das sollte dir dein Lernerfolg wert sein.

• Lesen und hören ersetzt keine Konversation

Eines kann ein Online-Tool (noch) nicht: eine Unterhaltung führen. Doch die ist notwendig, um eine Sprache zu erlernen. Babbel kann also in jedem Fall nur eine Ergänzung deines Sprachtrainings sein.

Mit Gewohnheiten, Routinen und Tools zum Erfolg

Was bei mir funktionierte, funktioniert garantiert auch bei dir.

Nach ein paar Monaten Training war mein Sprachniveau so hoch, dass ich endlich mein erstes englisches Buch las und auch regelmäßig englischsprachige Webseiten besuchte.

Und auch die Telefonkonferenzen im Job verursachten keinen Schweißausbruch mehr, was übrigens vom Kunden sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde.

Auch musste ich sie nicht mehr ewig lang vorbereiten und konnte gut auf spontane Fragen reagieren.

Diese Resultate – all die kleinen und großen Erfolge – führen zu mehr Motivation, du wirst es sehen. Aber denk dran, ohne Ausdauer kein Erfolg – eine Abkürzung gibt es nicht.


Über den Autor:  

Mein Name ist Torsten Pretzsch, habe die 40 gerade überschritten, lebe in München, bin sehr vielseitig interessiert und habe dementsprechend viele Hüte auf. Unter anderem bin ich Projektmanager, leidenschaftlicher Hobbysportler, Ingenieur und seit mehr als 15 Jahren als Webmaster und Blogger auf diversen Webseiten aktiv. Mein spannender, abwechslungsreicher, aber auch sehr fordernder Job in Kombination mit dem immer zeitaufwändiger werdenden Hobby Triathlon führte vor einigen Jahren zu der Notwendigkeit, mich vermehrt mit Zeit- und Selbstmanagement zu beschäftigen. Diese Erfahrung gebe ich dir nun in meinem Ausdauerblog (Ausdauerblog) gerne weiter. Wenn auch du mehr Zeit für deine Leidenschaft haben möchtest, dann schaue doch einmal vorbei.

8 Kommentare

  1. topre

    Hallo Birgit,
    hallo Christine,

    erst einmal sorry für die späte Rückmeldung und vielen Dank für die Komplimente. Freut mich, wenn mein Blog den Lesern Inspiration und auch praktische Hilfe bietet. Genau dafür ist er ja schließlich da…
    Das Thema Gewohnheiten habe ich übrigens auch in meinem aktuellen Podcast vertont. Wen es interessiert: http://www.ausdauerblog.de/002

    Achja und Christine muss ich auch danken – denn Sprachen ist etwas, was ich leider allzuoft vernachlässige. Da hilft jeder Tipp und Tritt unheimlich… 😉

    Viele Grüße oder soll ich besser „best regards“ schreiben… 😉
    Torsten

    • chkonstantinidis

      Hallo Torsten,
      gern geschehen! Und du bekommst auch noch weitere Tipps (und „Tritte“), wenn du magst. Ich bin übrigens begeistert von deinem Podcast – von deinem Blog sowieso – und stelle dir in der nächste Woche eine Bewertung bei I-Tunes ein (sofern ich es technisch hinbekomme). Wenn du jetzt noch Tipps für mich hättest gegen meinen Fersensporn – 5 Minuten auf dem Laufband heute waren leider schon zuviel… 🙁
      Liebe Grüße Christine

      • topre

        Vielen Dank für die Blumen! Das mit der Bewertung und Rezension wäre wunderbar!

        Und natürlich habe ich zwei kleine Tipps, auch wenn ich kein Mediziner und damit Experte bin. Tipp Nr. 1 – versuche es mal mit Aquajogging. Ist eine ähnliche Bewegung, nur viel schonender. Und Tipp Nr. 2 – fahre mit dem Rad. Auch das ist oft die schonendere Alternative und hält dennoch fit.

        Viele Grüße
        Torsten

  2. Birgit

    Danke, auf dein Angebot komme ich evtl. gerne mal zurück!

  3. Birgit

    Good morning Christine!
    Vielen Dank für diesen super Gastartikel – war schon auf dem Blog von Torsten stöbern!
    Das mit der Ausdauer und Gewohnheiten installieren ist schon ein großes Thema. Ich habe zum Beispiel seit ein paar Wochen folgende neue Gewohnheit zum Thema Sprachen lernen installiert: Ich stelle meinen Wecker gerne etwas früher um ganz ‚gemütlich‘ wach zu warden, dabei schaue ich auf meinem Handy immer nach den Wetterdaten usw., mittlerweile habe ich dort auch einen Vokabeltrainer installiert und übe immer ca. 10 Minuten. Motiviert mich natürlich total, wenn ich viele Wörter behalten habe und ist somit auch noch gleich ein ganz anderer Start in den Tag.
    Bitte weiter so mit deinem Blog!
    Have a nice weekend,
    Birgit
    PS: Irgendwann traue ich mich dann auch, dich komplett in Englisch zu kommentieren. ;-))

    • chkonstantinidis

      Hallo Birgit,
      ja, Torsten ist wirklich toll! Dein Morgenritual – wenn ich es so nennen darf – ist wirklich eine gute Idee, vor allem steht man auf und hat schon etwas geschafft!
      … you shouldn’t be afraid of commenting in English – read my article „Fehler sind wichtig beim Lernen“ and don’t worry about mistakes! Nobody is perfect (and nobody should be perfect …)
      Welchen Vokabeltrainer nutzt du denn?
      Liebe Grüße and have a wonderful weekend!
      Christine

      • Birgit

        Hallo Christine,

        ich benutze – natürlich – babbel als Vokabeltrainer auf dem Handy und die ganze Version auf dem PC sowie Tablet. Außerdem habe ich deine Anregung umgesetzt und mir unbekannte und für mich wichtig erscheinende neue Vokabeln in meinen persönlichen Vokabeltrainer integriert und schreibe sie handschriftlich in ein Vokabelheft. Desweiteren habe ich mir ein Grammatikbuch ‚English Grammer in Use‘ zugelegt und bearbeite die Lektionen. Da ich ein ebook-Fan bin, habe ich mir zwischenzeitlich – zum ersten Mal bitte! – einen englischsprachigen Roman runtergeladen: er erwartet mich am Wochenende.

        Deine vielen vielen Tipps sind super und bringen mir persönlich Freude und Ansporn in das Thema Sprache lernen. Mit dieser Art zu lernen kann ich unterschiedliche Bereiche abdecken und meine Motivation hoch halten.

        Außerdem habe ich gerade diesen bbc-podcast ‚6 minutes english‘ abonniert, den Torsten genannt hatte. Mal sehen wie ich damit so für zwischendurch klar komme…;-)

        Beste Grüße,
        Birgit

        • chkonstantinidis

          Hallo Birgit,
          diese Grammatik habe ich auch, alle 3 Bände. Sie gibt es zwar schon ewig, aber irgendwie ist sie immer noch die beste! Ich habe früher auch eine Lektion nach der anderen bearbeitet und habe, um den Überblick nicht zu verlieren, immer das Datum danebengeschrieben, das spornt sehr an. Wenn Du Fragen zu irgendwelcher englischen Grammatik hast, melde Dich ruhig per Mail bei mir.
          Und noch etwas: Deine Komplimente freuen mich sehr! Für Leser(innen) wie Dich soll der Blog ja sein.
          Mein Buch wird es ab Herbst übrigens auch in englischer Sprache geben…
          Liebe Grüße
          Christine

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