Schüleraustausch – der Traum vom Ausland

Schüleraustausch

Ein Artikel* von Thomas Schmidt – er ist der Geschäftsführer der Firma Kulturwerke Deutschland. Er schreibt im Artikel über seine Erfahrungen als Austauschschüler und berichtet über die Vorteile eines Schüleraustausches. Fazit: Jeder Schüler sollte die Gelegenheit nutzen, an einem Schüleraustausch teilzunehmen. Nach dem Lesen des Artikels wirst du auch verstehen, warum.

Wer wollte nicht schon einmal Austauschschüler an einer High-School zu sein: Hallways mit endlosen Spinden entlang zu schlendern; sich nach dem Unterricht zum Cheerleading zu verabreden; Milkshakes in einem der bekannten Drive-through‘s zu trinken oder auf ein englisches Internat zu gehen: mit Reitunterricht, Lacrosse und Schuluniform.

Ein Schüleraustausch ist die beste Möglichkeit, um Auslandserfahrungen zu sammeln, auch wenn man noch minderjährig ist.

 

Meine Erfahrungen mit Schüleraustausch

Ich hatte das große Glück, dass meine damalige Schule zahlreiche Schüleraustausch Aufenthalte, in unterschiedliche Länder, angeboten hat. Ich war unter anderem mit 14 Jahren für zwei Wochen in England. Dort habe ich zusammen mit einer Freundin in einer Gastfamilie gelebt. Das Leben in der Gastfamilie war ganz anders, als ich es von meiner eigenen Familie in Deutschland gewohnt war: Es wurde beispielsweise zu unterschiedlichen Zeiten gegessen und auch die Gerichte waren ganz anders. Am Wochenende haben wir viele Dinge unternommen, die ich in Deutschland nie gemacht hätte. So waren wir zum Beispiel zusammen Golfen oder auf einem Reiterhof und haben einen Ausritt gemacht. Durch diese ersten Erfahrungen im Ausland wurde mein Reisefieber geweckt und ich entschloss mich, etwa ein Jahr später, für einen vierwöchigen Aufenthalt in den USA.

Ich war noch nie so aufgeregt und besorgt zu selben Zeit. Ich hatte die ganzen Bilder schon im Kopf: die gelben Schulbusse, der riesige Schulcampus, Cheerleading, offene und dynamische Leute, das Meer und die Schuluniform, auf die ich mich schon sehr gefreut habe. Auf der anderen Seite hatte ich unglaubliche Angst davor, dass ich mich nicht mit meiner Gastfamilie verstehen würde oder dass meine Mitschüler mich nicht integrieren würden – auch wenn es nur für vier Wochen war.

Nach meinem ersten Tag haben sich aber alle Ängste sofort gelegt! Die Wochen vergingen wie im Flug und ich habe mich extrem wohlgefühlt. Die Gastfamilie war offen und hat mich herzlich aufgenommen. Wir waren auch zusammen an den Wochenenden unterwegs, zum Beispiel am Strand, wo ich meine erste Surf-Stunde hatte. Die Mitschüler sind von der Mentalität ganz locker und ich habe mich auf Anhieb mit allen verstanden. Das Schul-System in Amerika ist ganz anders aufgebaut. Die Kurse sind sehr viel spezialisierter und frei wählbar. Ich hatte unter anderem Module wie Marketing oder Schauspiel, wodurch mir die Schule zum ersten Mal so richtig Spaß machte.

Nach den vier Wochen habe ich mich dazu entschlossen einen längeren Auslandsaufenthalt nach meinem Abitur zu planen. Die zwei oder vier Wochen waren nicht mehr ausreichend für mich. Ich wollte einfach mehr Zeit haben, um vollständig in eine andere Kultur einzutauchen.

 

Meine Erfahrungen als Au-Pair

Also entschloss ich mich, nach meinem Abitur, zu einem Auslandsjahr als Au-Pair in London. Anfangs war alles noch einfach und machbar. Aber mit der Zeit hatte ich immer mehr Aufgaben in meiner Gastfamilie, weshalb ich immer weniger Freizeit hatte, um London zu entdecken. Und das Leben in London und die freie Zeit, die mir bei einem Au-Pair Aufenthalt versprochen wurden, waren die ausschlaggebenden Punkte, dass ich mich für diese Art von Auslandsaufenthalt entschieden hatte. Nach etwa acht Monaten habe ich mich schließlich dazu entschlossen, meinen Auslandsjahr abzubrechen und zurück nach Deutschland zu kommen.

Als ich wieder hier angekommen bin, habe ich mich mit einer alten Schulfreundin getroffen, die sich für einen Schüleraustausch in den USA nach dem Abitur entschlossen hat – und ich weiß, was du jetzt denkst: „Ein Schüleraustausch nach dem Schulabschluss ist doch gar nicht möglich!“ Doch das stimmt nicht! Sie war mit der Schüleraustausch Organisation Kulturwerke Deutschland unterwegs, die ein Austauschjahr auch nach dem Schulabschluss anbieten, weil gewöhnlich die meisten Schüler zwischen 15 und 17 Jahren einen Austausch machen.

Wir haben stundenlang geredet und uns ausgetauscht über unsere Erfahrungen. Sie war so begeistert von dem Schüleraustausch, dass sie aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskam. Auch sie hat sich super mit ihrer Gastfamilie verstanden. Sie meinte, dass dies der zu verdanken sei, weil diese sich sehr bemüht hat, eine ideale Gastfamilie für den Austauschschüler zu finden, wenn es um Themen wie Vorstellungen, Ansprüche und sonstige Anforderungen geht. In der Schule habe sie sofort Anschluss gefunden, weil man Kurse mit vielen unterschiedlichen Leute habe und es so praktisch garantiert sei, dass man auf Leute trifft, die man mag. Die Wochenenden habe sie entweder mit ihrer Gastfamilie oder mit ihren neu gewonnen Freunden verbracht. Hierbei ist sie viel in ihrem Bundesstaat herumgereist, hat viel erlebt und gesehen. Sie hat gesagt, dass die vollständig in die amerikanische Lebensweise und Kultur eintauchen konnte und so eine ganz genaue Vorstellung von ihrem persönlichen „American way of life“ bekommen habe. Sie meinte auch, dass sich die Schule gar nicht mehr nach Schule angefühlt habe, weil sie spannende Module wir Drehbuchschreiben o.ä. wählen konnte und dass sie sich durch unterschiedliche Lehrmethoden und Anforderungen extrem persönlich weiterbilden konnte.

Als wir so geredet haben, musste ich immer wieder an meinen Amerikaaustausch denken und wie viel Freizeit ich damals hatte, wie viele neue und coole Leute ich kennenlernen durfte und vor allem, wie viel Spaß ich jeden einzelnen Tag hatte.

 

Schüleraustausch – die positiven Aspekte

Kurz gesagt: Ein Schüleraustausch im englischsprachigen Ausland kombiniert alle Vorteile aus allen Auslandsprogrammen die zur Verfügung stehen. Man lernt sehr schnell Englisch, weil man sowohl mit Gleichaltrigen in der Schule als auch mit der Gastfamilie viel spricht und unternimmt. Der größte Unterschied zu einem Au-Pair ist hierbei, dass man nicht als „Angestellte“ in der Familie lebt, sondern dass von vorne herein klar ist, dass man als Teil der Familie aufgenommen wird. Wenn man mit einer guten Organisation geht, dann wird die perfekte Gastfamilie für den Austauschschüler gesucht, wodurch viele Probleme vermieden werden können. Man kommt sehr schnell in Kontakt mit Leuten, weil man die Klassenkameraden einfach jeden Tag sieht. Die Schulen im Ausland, vor allem Amerika und England, haben viel spezifischere Module, aus denen man normalerweise frei wählen kann, wodurch man schon erste Einblicke in die Arbeitswelt erreichen kann und sich dadurch vielleicht auch entscheiden kann, was man später studieren möchte oder in welcher Richtung man eine Ausbildung machen will.

Hätte ich die Möglichkeit, nochmal für einen längeren Zeitraum in Ausland zu leben, würde ich mich zweifelsfrei für einen Schüleraustausch England entscheiden und auch dir kann ich das nur ans Herz legen.

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2 Kommentare

  1. Mein erster Schuleraustausch ging auch nach England und es war eine super Erfahrung für mich! Ich war damals 14. Meine Austauschpartnerin war meine erste Brieffreundin und heute halten wir immer noch Kontakt. Unsere Töchter sind auch „pen-pals“ gewesen und wir haben uns als Familien später des öfteren gegenseitig besucht! Eine tolle Sache! Das beste, um eine Sprache und andere Kulturen kennenzulernen.

    • Christine

      09/04/2019 at 20:56

      Hallo Mary, ich habe leider nie Schüleraustausch gemacht. Aber dafür mache ich jetzt Sprachfreundeaustausch und kenne fast alle meiner Sprachpartner schon persönlich. Das ist ganz toll – eine bessere Motivation zum Lernen gibt es nicht.
      Viele Grüße
      Christine

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