Wer zuletzt noch zuhört, hört am besten!

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Wie gehst du eigentlich an Hörtexte heran? Vor allem, wenn Fragen zum Text zu beantworten sind, bist du vielleicht schnell überfordert, weil du nicht weißt, wohin du zuerst hören und worauf du vorrangig achten sollst. Jedes nicht verstandene Wort versetzt dich in Panik und du verstehst dann überhaupt nichts mehr? Oder konzentrierst du dich auf jedes Detail und verlierst den Überblick?

Heute gibt es dazu einen vielleicht etwas unkonventionellen Tipp.

Achte auf die Informationen in umgekehrter Reihenfolge. Ich erkläre dir sofort, was ich damit meine.

Du hast, wenn du mit Textverständnisaufgaben schon gearbeitet hast, sicherlich schon häufig festgestellt, dass meist die Fragen zum Text in der Reihenfolge gestellt werden, in der auch die Antworten im Text zu finden sind.

Leider sind diese beim Hören nicht so einfach herauszufiltern.

Daher empfehle ich dir, zumindest zum Üben für zu Hause, folgende Strategie:

Höre dir den Text einmal komplett an.

Hier geht es nur darum herauszufinden, worum es im Text überhaupt geht.

Dann versuchst du beim zweiten Hören nicht die erste Frage zu beantworten, wie du es normalerweise tun würdest, sondern die letzte Frage deiner Liste.

Beim nächsten Hören beantwortest du die vorletzte Frage deiner Liste – und so arbeitest du dich durch, bis du bei der ersten Frage angelangt bist.

Warum eigentlich diese Reihenfolge?

Normalerweise brauchst du ein bisschen Zeit, um dich in einen Text einzuhören.

Du hörst ja schließlich einen dir unbekannten Text, du kennst den Akzent und die Stimme des Sprechers nicht, du musst dich also erst an die Sprache gewöhnen.

Wenn du aber gleich mit der Beantwortung deiner ersten, zweiten, dritten Frage beginnst, störst du deinen „Hörfluss“ und kannst dich nicht auf die Sprache konzentrieren.

Du bist ja dauernd mit dem Suchen von speziellen Informationen beschäftigt.

Natürlich ist es nicht unbedingt notwendig, bei jedem Hördurchgang nur eine Frage zu beantworten – gehe ruhig schneller vor, wenn du dich dazu in der Lage fühlst.

Du wirst aber merken, dass dir das Verstehen so wesentlich leichter fällt, wenn du am Textende anfängst, denn du hast immer zuerst einmal das Gesamtbild im Kopf und konzentrierst dich dann auf Details und nicht umgekehrt.

Und bei Prüfungen?

Selbstverständlich funktioniert das nicht in Prüfungen und unter Zeitdruck, aber für Übungseinheiten ist es eine sehr gute Idee, um überhaupt Hörpraxis zu sammeln.

Zudem hast du so viele Erfolgserlebnisse, weil du die Antworten auf die Fragen leichter findest – und das hilft wiederum deinem Lernen.

Du bleibst motiviert, hörst dir weiterhin Texte an und verbesserst so nach und nach dein Hörverständnis.

Probiere es doch einfach einmal aus!

Auch wenn es nicht darum geht, Einzelfragen zu beantworten, kannst du diese Technik üben – indem du Texte immer erst einmal komplett anhörst, um überhaupt zu verstehen, worum es geht.

Erst danach konzentrierst du dich nach und nach auf immer detailliertere Informationen.

Beim ersten Anhören solltest du nur den roten Faden haben, also danach nur in einem Satz zusammenfassen können, wovon der Text in etwa handelt.

Die genaueren Informationen erhältst du beim zweiten, dritten oder vierten Hören.

Setze dich dabei nicht unter Druck.

Wenn du etwas beim ersten oder zweiten Mal nicht verstehst, dann hörst du es eben ein drittes, viertes, fünftes oder sechstes Mal an.

Du wirst sehen, von Mal zu Mal klappt es besser.

Möchtest du weitere Lerntipps?

Dann empfehle ich dir mein Buch: Hier sind die Informationen zum Taschenbuch und hier zur Kindle-Version.

Viel Spaß beim Lernen

Christine

7 Kommentare

  1. Ich habe einen Artikel geschrieben für den CourseFindersGerman-Blog – mit Podcast-Ergänzungen. Du findest den Artikel hier: http://coursefinders.com/de/studentlibrary/1715/podcasts-fur-deutsch-und-englischlerner

  2. Eine gute Sache, Dein Blog! Zumal ich selber eine Sprachenfrau bin und Fremdsprachen liebe … und spreche! Coole Sache!! 🙂

    • Welche Sprachen sprichst du denn?
      Uns toll, dass wir uns über das Internet gefunden haben!

      • Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch und Schweizer Mundart. Du?

        • Ihr Schweizer seid aber auch toll!!!
          Ich spreche Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch ( Spanisch so lala, aber ich arbeite dran), kann relativ gut Latein, ein bisschen Portugiesisch und ein bisschen Holländisch (beide Sprachen interessieren mich, aber ich lerne nur täglich ein paar Vokabeln, mehr nicht). Und fränkischen Dialekt natürlich. 😉 Du siehst, wo meine Leidenschaft liegt … Dafür kann ich nicht wirklich gut kochen oder backen, ich renne nicht wirklich schnell, ich kann keine Autos reparieren, auch keine Computer – naja. So ist es halt.

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