Lernen mit allen Sinnen

Lernen mit allen Sinnen

Heute ist mein Thema „Lernen mit allen Sinnen“ – nutze beim Lernen die Vielfalt von Sinneseindrücken, die es gibt.

Viele Sprachlerner verbinden Lernen mit Schule, Pauken, Vokabellisten, Grammatikregeln und Drill.

Natürlich geht es nicht ohne funktionierende Grammatikregeln (wie bildet man diese oder jene Zeit? oder Welches Pronomen ersetzt welches Nomen?), Vokabeln oder auch Lernen, aber … das moderne und effektive Lernen legt darauf nicht das Hauptaugenmerk. Vielmehr kannst du dir das Gehirn wie ein Fischernetz vorstellen, deine neuen Lerninhalte sind die entsprechenden Angelhaken, die sich einhaken wollen/sollen/müssen.

Daher ist es logisch, dass es einem Arzt leichter fällt, in einer Fremdsprache auch Vokabular zu Krankheiten und Medizin leichter zu behalten, dass ein Architekt keine großen Probleme haben wird bei Baustilen und dass ein Fußballfan sicherlich sofort bei „Eckball“, „Abseits“ und „indirekter Freistoß“ seinen Haken einhaken kann.

Je besser also die Netzstruktur schon verknüpft ist, also je mehr Vorwissen, persönlichen Bezug oder Interesse du zum entsprechenden Thema hast, desto leichter gelingt dieses Einhaken.

Wie verknüpfst du also? Indem Du erst einmal mit Spaß, Freude und Leidenschaft lernst. Außerdem solltest du Lerninhalte möglichst abwechslungsreich lernen und wiederholen, also in verschiedenen Zusammenhängen.

Das funktioniert, wenn du in wechselnden Situationen, mit wechselnden Sinnen und mit wechselnden Übungsformen lernst. Und: Nicht jedes Lernen muss anstrengend sein!

Und du solltest regelmäßig wiederholen, denn je länger die Abstände zwischen den Lerneinheiten sind, desto mehr vergisst dein Gehirn (meins leider auch) – also: Lieber jeden Tag ein bisschen als alle zwei Wochen drei Stunden am Stück. Du kennst das vielleicht vom Sport – dort funktioniert das Prinzip auch nicht anders.

Alle Sinne nutzen kannst du beispielsweise:

a) indem du beim Lernen von Küchenvokabular diese auf den Tisch legst und anfasst.

b) indem du Bildchen malst (müssen keinen Designpreis gewinnen), funktioniert gut bei Präpositionen (Verhältniswörter) wie „auf“, „unter“, „vor“, „neben“ …

c) indem du vor dem Spiegel mal Gesichtsausdrücke wie „traurig“, „wütend“ und „enttäuscht“, aber auch „glücklich“ nachspielst.

d) indem du wie ein Theaterschauspieler Dialoge (aus Lehr- oder anderen Büchern) übertrieben vorliest. Dabei schulst du deinen Ausdruck und speziell die meisten Italiener sind sowieso verkappte Schauspieler, für die ist das ganz normal.

e) indem du beim Lernen von Farben Dinge im Haus oder in der Stadt suchst, die diese Farbe haben.

f) indem du dich beim Lernen bewegst: Fremdsprachenpodcasts beim Sport, Hörbücher beim Spazierengehen

Das Schlagwort hier ist Kreativität. Nutze jede Möglichkeit für eine kleine Sprachlektion im Alltag, sei es am Marktstand, an der Besteckschublade, am Schild mit den Öffnungszeiten der Bank.

Eine weitere Möglichkeit ist, dein Hobby mit der Sprache zu verbinden. Abonniere zum Beispiel eine Zeitschrift über dein Hobby in einer Sprache deiner Wahl, als e-paper über www.zinio.com beispielsweise. Es kostet nicht viel und funktioniert auf Computern, Laptops und Tablets. Bei Zinio lässt sich unten rechts auf der Seite das Land einstellen, dann bekommst du passende Zeitschriftenangebote angezeigt.

Auch im gut sortierten Zeitschriftenhandel (speziell an Bahnhöfen) gibt es ein großes Angebot an ausländischen Zeitschriften. Oder du bringst dir Zeitschriften aus dem Urlaub mit (oder lässt sie dir von anderen Leuten mitbringen).

Vielleicht waren bei diesen Tipps schon einige Ideen für dich dabei. Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen, ebenso über weitere Ideen!

Herzliche Grüße

Christine

4 Kommentare

  1. Hallo Christine.
    Mit Leidenschaft lernen. Abwechslungsreich lernen. Regelmäßig wiederholen. Das ist tief wirklich! Ich bin damit ganz einverstanden.
    Was lernen von Farben anbelangt, habe ich gefunden, dass es wirklich auch mit den YouTube Videos für Jungen funktioniert. Dort baut man zuerst Gegenstände. Anschließend bemalt man sie mit verschiedenen Farben. Endlich sagt und schreibt man die Farben. Meine kleine Nichte hat auf diese Weise die englischen Farben gelernt.
    Viele Grüße
    Stefano

    • Hallo Stefano,

      das mit den YouTube-Videos ist eine gute Idee. Hast du zu diesen YouTube-Videos auch einen Link?

      Viele Grüße und Danke für deinen Kommentar!
      Christine

      • Hallo Christine,
        man soll zuerst die app „YouTube Kids“ (von Google Play oder App Store) herunterladen. Danach kann man in der Suchenblase suchen, was man will. Versuch mal eine Suche beispielweise mit dem Wort: „Farben“ …

        Stefano

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