Motivation – wo ist sie, wenn du sie brauchst? – Teil 1

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Heute gibt es einen Artikel zum Thema Motivation. Immer wieder stellt sich die Frage: Wie kannst du dich motivieren? Wie hältst du deine Motivation aufrecht? Was machst du bei Durchhängern? Diese kommen häufiger vor als du denkst, auch sehr motivierte Sprachlerner kennen diese Phasen (ich auch). Was also tun?

Dazu habe ich verschiedene Tipps für dich parat – allerdings mit der Einschränkung: Tätig werden musst du selbst!

Vielleicht ist aber bei den nachfolgenden Tipps einer oder auch mehrere für dich dabei, und vielleicht entdeckst du dadurch ja (wieder) deine Liebe zum Lernen oder auch deine Liebe zu Sprachen … Du lernst ja nicht nur die Sprache, sondern dadurch auch noch eine ganze Kultur und viele nette Menschen kennen!

1) Der wohl wichtigste Tipp ist: Benenne dein Ziel. Also stellt sich für dich zuerst einmal die Frage: Wozu das alles? Warum lernst du Italienisch/Spanisch/Englisch/Französisch oder eine andere Sprache? Was bringt es dir? Die Ziele sind ganz unterschiedlich und müssen überhaupt nicht in ein klassisches Schema passen – so gibt es Leute, die Sprachen lernen aus Liebe zur Musik (denke nur an italienische Opern!), aus Liebe zur Sprache an sich (Klang des Französischen), aus Liebe zu einem Muttersprachler (wo die Liebe halt so hinfällt). Andere wiederum möchten im Urlaub nicht sprachlos dastehen und auf Komplimente vielleicht auch mal reagieren und nicht nur freundlich lächeln, wieder andere möchten etwas für ihr Gedächtnis tun. Dann gibt es Leute, die eine Sprache lernen, weil es sich toll anhört, wenn man sagen kann: „Ich lerne die Sprache XY!“ (und alle bewundern einen). Vielleicht möchtest du auch deine Lieblingssendung im Fernsehen in der Originalfassung anschauen. Du siehst, es gibt ganz verschiedene Beweggründe – entscheidend ist, dass du für dich „deinen“ Grund findest.

2) Außerdem zählt nicht nur das „große Ganze“ – teile dein großes Ziel in viele kleine Ziele auf. Diese nennt man Mikroziele – und diese Aufteilung hilft dir, dein großes Ziel zu erreichen. Auch ein Marathon besteht aus sehr vielen einzelnen Schritten, der erste Schritt ist genauso wichtig wie der letzte. Und sobald du aufhörst, fällst du wieder zurück. Daher …

3) Gestalte dein Lernen so abwechslungsreich wie möglich, denn dann hat Langeweile keine Chance. Stell dir vor, du sollst die Fremdsprache jeden Tag immer wieder auf die gleiche Art üben. Nach zwei Wochen ist das so langweilig, dass du sicherlich damit aufhören wirst, oder? Also: Suche dir abwechslungsreiche Übungsformen: mal schriftlich, mal mündlich, mal schwierig, mal leicht, mal Fernsehen, mal Buch, mal Blog, mal persönliches Gespräch, mal alleine, mal in der Gruppe, – im Zeitalter des Internets ist wirklich alles möglich!

4) Schreibe dir eine To-Do-Liste mit Lernaufgaben aller Art. Wenn du einmal nicht weiterkommst und Anregungen brauchst, kannst du diese Liste hernehmen und die Aufgabe erledigen, die dir am sympathischsten ist. Das ist zwar nicht automatisch die, die dich am weitesten bringt, aber es ist alles besser als das Sprachenlernen einfach aufzugeben!

5) Diese Liste kannst du auch als einzelne Zettel schreiben, einzeln falten, bei Bedarf einen ziehen und die Aufgabe erledigen – also wie in einer Lostrommel. Dann hat das Ganze auch noch spielerischen Charakter und birgt einen gewissen Überraschungseffekt! Erledigt wird nämlich, was auf dem Zettel steht!

6) Suche (nahezu) täglich Kontakt zur Sprache. Das geht mit dem Internet sehr einfach. Suche dir über Onlineportale wie www.busuu.com , www.italki.com , den Tandemserver der Ruhr-Universität Bochum o.ä. Lernpartner, mit denen du per Skype oder auch per Mail kommunizieren kannst. Alternativ kannst du Seiten bei Facebook abonnieren, die dich interessieren, Bücher, Blogs und Zeitschriften lesen, Podcasts oder Sprach-CDs und Hörbücher hören.

7) Suche dir Möglichkeiten zum Sprachkontakt. Tourismusbroschüren gibt es in verschiedenen Sprachen, Stadtführungen und Audio-Guides auch. Reiseführer sind auch eine gute Möglichkeit, entweder über das Zielland oder auch über die Region, in der du wohnst – du wirst staunen, wie viele tolle Dinge es da zu entdecken gibt!

8) Ebenso kannst du im Internet Videos zu den verschiedensten Themen anschauen, nicht nur Fernsehsendungen, sondern auch sehr gut gemachte Bildungsvideos zu Themen aller Art. Wenn du iTunes nutzt, dann ist vielleicht iTunes U eine Option, dort findest du Universitätsvorlesungen zu verschiedenen Themen und in verschiedenen Sprachen.

9) Wenn die Motivation einmal nachlässt, hilft ein Motivationsbuch oder eine Motivationsecke. Dort sammelst du Motivationssprüche, Urlaubsfotos, Mails mit Komplimenten deiner Sprachpartner – eben alles, was dich motiviert!

10) Visualisiere immer wieder dein Ziel – stelle dir bildlich vor, wie du im Restaurant deine Bestellung aufgibst (natürlich in der Landessprache!) und dich dann in der Bewunderung deiner Begleiter sonnst. Übe diese Situationen auch immer wieder, entweder zu Hause für dich alleine oder auch im Land selbst, fang dabei mit einfachen Situationen an und taste dich langsam vorwärts. Und übrigens: Auch in Deutschland (oder in anderen Ländern) gibt es Restaurants, in denen man die Zielsprache üben kann! Nicht jede Pizzeria wird von Deutschen oder Vietnamesen betrieben…

11) Schreibe ein Lerntagebuch, in dem du festhältst, welche Lernthemen, Vokabelfelder und Bereiche du schon abgehandelt hast. Sammle auch deine Mindmaps und Aufzeichnungen und schaue sie von Zeit zu Zeit durch. So siehst du nicht nur, wie du vorwärts kommst, sondern merkst auch, dass sich Lücken im Laufe der Zeit von selbst schließen.

12) Mache dir einen Plan und lasse niemals Einheiten zweimal hintereinander ausfallen. Der Plan kann sehr detailliert aussehen, also genaue Lerneinheiten beinhalten (Grammatikthema XY am Tag 5, Vokabelthema XY am Tag 6), er kann aber auch flexibel gestaltet sein: Mikroziel für die Woche 17: Restaurantvokabular Seite 14 bis 17, Grammatik Seite 56 bis 58, … – und am Ende der Woche ist alles abgearbeitet. Welche Art dir besser liegt, musst du ausprobieren, das ist abhängig von deiner Lerndisziplin.

13) Wenn du dich selbst belohnen willst, dann belohne dich immer erst, wenn du bestimmte Lernziele erreicht hast. Beispielsweise gibt es die tolle Schokolade aus dem Piemont erst, wenn du den Wortschatz zu einem bestimmten Thema bearbeitet hast oder – noch besser – dir 10 Dialoge in deiner Sprache angehört hast. Ein Glas von diesem großartigen französischen Rotwein gibt es, wenn du drei Seiten Text selbst geschrieben hast. Dies sind natürlich nur Beispiele, du weißt sicherlich selbst, was für Belohnungen für dich geeignet sind. Manche Vokabel- und Grammatiktrainer arbeiten mit einem Punktesystem – dort bekommst du automatisch eine bestimmte Anzahl von Punkten gutgeschrieben, wenn du dein Pensum abarbeitest. Sicherlich motiviert das nicht jeden, aber es gibt doch viele Leute, die darauf ansprechen. Aber mit zunehmender Begeisterung für die Sprache wirst du diese Belohnungen vermutlich gar nicht mehr brauchen!

14) Wenn du einmal Schwierigkeiten hast, mit dem Lernen anzufangen, dann setze erst einmal nur eine kurze Lerneinheit an. 10 Minuten sind besser als nichts. Vielleicht packt dich ja nach 10 Minuten die Lust und du lernst einfach weiter …

15) Freue dich über deinen Lernerfolg! Und behalte den Spaß am Lernen – das ist das Wichtigste.

Hast du weitere Motivationstipps? Dann schreibe sie doch in die Kommentare!
Viel Spaß beim Lernen und vor allem beim Leben der Sprache!
Herzliche Grüße
Christine

2 Kommentare

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      Christine

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