Am Montag fang‘ ich an mit dem Sprachenlernen – wirklich? Von Ausreden und Einwänden

 

Eine Frage gleich zu Beginn: Wie strukturierst du dein Sprachenlernen? Lernst du regelmäßig? Hast du am Ende vielleicht sogar einen Plan? Oder ist dir das alles zu organisiert und du lebst lieber spontan in den Tag hinein, weil ja „das Alltagsleben schon genug Verpflichtungen mit sich bringt“. Das ist ziemlich gefährlich, denn so verlierst du leicht dein Ziel aus den Augen. Dazu hat Carina Reitz – sie ist Mitglied meiner Mastermindgruppe und Mentalcoach – einen Artikel auf ihrem Blog geschrieben und hat Ausreden, Einwände und gute Gründe auf den Prüfstand gestellt.

Schaue mal auf ihrer Webseite vorbei, lies ihre Blogartikel, buche ihre Angebote – es lohnt sich, denn Carina macht eine tolle Arbeit! Sie ist auf einer zweiten Seite vor allem auf Musiker spezialisiert, dieses Angebot nennt sich Heavy Mental.

Mit ihrer Erlaubnis übertrage ich diese Ausreden, Einwände und guten Gründe (sofern es welche sind) auf das Sprachenlernen und gebe dir meine Sichtweise dazu ab. Vielleicht erkennst du dich manchmal wieder und merkst so, was bei deinem Sprachenlernen gut funktioniert und was nicht?

Am Montag fang‘ ich an

Das ist der Klassiker. Ich kenne diesen Satz nicht nur vom Sprachenlernen, sondern auch vom Sport, von Diätvorhaben, von neuen Gewohnheiten, kurzum: von so ziemlich allen Lebensbereichen. Aber wie sieht es denn dann am Montag aus? Sobald du den Einstieg am Montag verpasst hast – was ist dann? Wartest du auf den nächsten Montag? Oder würdest du auch am Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag anfangen?

Ich glaube, dass speziell beim Sprachenlernen der Grund für diesen Satz ist, dass die Lerner oft nicht genau wissen, wie sie anfangen können. Sie sehen sich einer Flut von Material und Angeboten gegenüber, können ihr Sprachniveau nicht richtig einschätzen und wissen auch nicht, wie sie ihre Zeit organisieren sollen. Ganz zu schweigen davon, dass auch noch der Zeitaufwand geschätzt werden sollte und man idealerweise noch das Maximum aus jeder Lerneinheit herausholen möchte. Ziemlich viel auf einmal, oder?

Da gibt es aber eine Hilfe, zum Beispiel mich. Du kannst bei mir Lernberatungen buchen, in der ich dir persönlich (vor Ort hier in Franken) oder über Skype erkläre, wie du vorgehen kannst. Wir machen dann also eine Bedarfsanalyse, beurteilen dein Zeitbudget, deine Ziele, deine Möglichkeiten. Vor allem aber finden wir gemeinsam heraus, welche Art des Lernens dir liegt – das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, denn nur wenn du die perfekt für dich geeignete Methode gefunden hast, dann macht das Lernen auch Spaß. Und natürlich versorge ich dich auch mit den entsprechenden Ideen, wo du Material findest oder verweise dich an weitere Personen, die dir nützlich sein könnten (wie zum Beispiel Carina). Wenn so etwas für dich in Frage kommt, dann kontaktiere mich bitte, dann erstelle ich dir gerne ein Angebot.

 

Das schaffe ich sowieso nicht

Ich glaube, dieser Satz ist einerseits eine Lehre aus den bisherigen Lebens- und Lernerfahrungen und andererseits eine Absicherung sich selbst gegenüber. Was meine ich damit?

Die Lehre aus den bisherigen Lebens- und Lernerfahrungen rührt daher, dass du sicher schon schlechte Erfahrungen mit Sprachen gemacht hast. Hast du schon einmal hochmotiviert einen Ausländer in seiner Muttersprache angesprochen und er hat dich überhaupt nicht verstanden? Hast du in der Schule Sprachen gehasst (das lag vermutlich an den Lehrmethoden, aber das ist ein anderes Thema) und dadurch deine Lernmotivation verloren? Hast du dich beim Lernen überfordert, weil du zu viel auf einmal wolltest (nach einem Jahr Italienisch kann man leider noch keine italienischen Fernsehdebatten problemlos verstehen)? Hast du englische Texte geschrieben und rote Korrekturen zurückbekommen (weil der Lehrer keinerlei Fingerspitzengefühl hatte)? Dass solche Situationen nicht unbedingt dazu beitragen, dass du motiviert und mit Selbstvertrauen weiterlernst, ist klar, oder?

Für mich aber ein ebenso wichtiger Punkt ist aber: Wenn du von vornherein sagst „Das schaffe ich sowieso nicht“ – warum solltest du dich denn dann anstrengen? Dann hast du dich gut abgesichert, bist den bequemen Weg gegangen und hast dich keinen Zentimeter aus deiner Komfortzone herausbewegt.

Also mach es besser. Es ist nie zu spät, um sein Verhalten und seine Sichtweise zu ändern. Stelle dir vor, du schaffst es doch. Wie sieht deine erfolgreiche Sprachensituation aus? Großartig, oder?

 

Das bringt doch nichts

Wie willst du denn ein Ziel erreichen, wenn du schon zu Beginn solche Glaubenssätze formulierst? Warum willst du denn eine Sprache lernen? Glaubst du wirklich, dass fünf oder zehn Wörter pro Tag nichts bringen? Stelle dir diese fünf Wörter mal pro Monat vor, dann sind das schon 150. Pro Jahr sind das 1800. Das ist mehr als der Grundwortschatz einer Sprache.

Ein praktisches Beispiel: Mein Mann lernt seit zwei Jahren Spanisch. Er spricht die Sprache nicht viel, sondern lernt nur (für ihn ist das schon viel Arbeit) mit dem Programm von Memrise. Es gibt in diesem Programm sieben Spanischkurse für Anfänger mit insgesamt etwa 3000 Vokabeln und Sätzen. Mein Mann ist inzwischen in Kurs 6 und hat insgesamt etwa 2400 Vokabeln und Sätze gelernt.

Bei unserer ersten Reise nach Valencia im September 2016 hat mein Mann kein Wort verstanden, inzwischen kann er normalen Unterhaltungen schon ziemlich gut folgen. Unter uns: Wenn er von Anfang an die Wörter und Sätze laut ausgesprochen hätte, könnte er jetzt auch mehr sprechen, aber das wollte er nicht. Seine Entscheidung. Inzwischen macht er das aber und sein Spanischniveau verbessert sich von Tag zu Tag. Wie lange er täglich dafür braucht? Keine 20 Minuten.

Und? Bringt das nichts? Ihm hat es zumindest einen spanischen Freund gebracht – den Vater meines Freundes Carlos. Die beiden sind absolute Fußballfans und verstehen sich prächtig. Und da Carlos‘ Vater kein Wort Deutsch spricht, können sie dank des Lerneifers meines Mannes dennoch (kurze) Unterhaltungen in Spanisch führen. Und für mich ist gut, dass ich nicht jede Kleinigkeit für meinen Mann übersetzen muss.

 

Das kann ich meiner Familie nicht antun

Klingt übertrieben? Nicht unbedingt, denn viele Menschen, vor allem Frauen, lernen keine Sprache, weil sie sagen, sie können nicht von zu Hause weg, sie haben keine Zeit für sich, sie müssen sich um die Familie kümmern. Aber … Männer machen Motorradtouren, spielen Fußball, schauen Tennisübertragungen. Du unterstützt deine Kinder doch auch, wenn sie beispielsweise ein Instrument spielen möchten – also kannst du auch diese Unterstützung erwarten. Und du wirst sehen: Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit wird das für die Familie kein Problem mehr sein.

 

Es passt gerade nicht

Wann passt es dann? Glaubst du wirklich, dass es in drei Wochen, vier Monaten oder zwei Jahren besser wird? Viele Menschen sagen auch: Wenn ich mal in Rente bin … oder: Wenn ich mal mit dem Studium fertig bin … – aber was ist dann? Dann kommen andere Verpflichtungen. Wenn dir das Sprachenlernen wichtig ist, dann wirst du die Zeit dafür finden.

 

Das kann ich mir nicht leisten

Sprachenlernen ist nicht teuer. Es muss nicht immer der teure Sprachkurs an der privaten Sprachschule sein. Wenn ich wieder das Beispiel meines Mannes nehme: Der Memrise-Bezahlzugang kostet etwa 45 Euro pro Jahr und bietet prinzipiell alles, was mein Mann zum Lernen braucht. Zudem haben wir viele internationale Freunde, darunter auch Spanier, so dass er diese auch fragen kann. Manchmal schreibt er sogar WhatsApp-Nachrichten mit seinem Freund Carlos (ja, in Spanien heißen die Söhne häufig genauso wie die Väter). Und im Notfall gibt es immer noch mich. 😊 Aber mich fragt er selten, weil ihm meine Antworten zu anstrengend sind, glaube ich.

 

Wie sieht es bei dir aus? Kommen dir diese Ausreden – und nichts anderes sind sie – bekannt vor? Wie kannst du dir also vor allem den Einstieg erleichtern?

 

Hier meine Tipps – damit Ausreden keine Chance mehr haben:

  • Überfordere dich nicht. Fange mit Kleinigkeiten an und steigere dich langsam.
  • Lerne regelmäßig, am besten jeden Tag. Vor allem in den ersten zwei Monaten ist das wichtig, denn nur so installiert sich eine Gewohnheit.
  • Lerne auf deinem Niveau. Als Anfänger oder Mittelstufenlerner französisches Fernsehen schauen zu wollen demotiviert.
  • Nutze Lernmaterialien, die dir gefallen. Achte einmal darauf, ob du lieber liest, lieber hörst, lieber mit oder ohne Computer lernst. Probiere aus und bleibe bei den Aktivitäten, die gut funktionieren.
  • Lies und höre nur das, was dich interessiert – dies gilt vor allem für Fortgeschrittene. Nur weil Inhalte in einer Fremdsprache sind, sind sie nicht automatisch interessanter.
  • Mache dir einen Plan – er muss nicht sehr detailliert sein. Aber definiere zumindest dein Ziel. Du kannst ein Ziel nur erreichen, wenn du weißt, was du willst.
  • Denke positiv.
  • Streife die alten Denkmuster des schulischen Lernens ab und werde kreativ.
  • Bringe die Sprache in dein tägliches Leben. Lernen fängt häufig außerhalb des Schreibtisches erst an. (Und mehr Spaß macht es dort sowieso)
  • Übernimm Verantwortung für dich, dein Leben und dein Lernen.
  • Buche eine Lernberatung. Dadurch sparst du viel Zeit und Geld – und Nerven. Mein Kontakt ist: erfolgreichessprachenlernen@aol.de

 

Wie ist deine Meinung zu diesen Punkten? Hast du noch weitere Ideen? Ich freue mich auf deine Kommentare!

1 Kommentar

  1. Hallo und danke für die vielen Ausreden – ich kenne sie alle 🙂 – Bin seit einiger Zeit Spanisch-Lernerin und muss immer mal wieder meine Methoden verändern, damit es nicht langweilig wird. Mit online-Lern-Plattformen, Lern- und Vokabelapps und natürlich Präsenzkursen in der VHS zum Beispiel versuche ich mein Lernen vielfältig und interessant und zielführend(er) zu gestalten. Ich wechsele sogar hin und wieder die Standardsprache in Facebook auf Spanisch Darum werde ich mir die hier vorgestellte Methode auch noch einmal interessiert und in ganz in Ruhe ansehen. Herzliche Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.