Multitasking – nur für Superman und Superwoman

Heute geht es um das Thema „Multitasking“ – das ist ein Problem für viele Lerner.

Viele Lerner haben nicht viel Zeit zum Lernen. Du vermutlich auch nicht.

Du musst ja auch noch arbeiten oder in die Schule oder Hochschule gehen, hast eine Familie, musst vielleicht einen Haushalt führen, möchtest dich deinen Hobbys und deinen Freunden widmen, übst den einen oder anderen Sport aus – und schlafen musst du ja auch ab und zu.

Da bleibt das Lernen gerne einmal auf der Strecke, weil es ja so viel Wichtigeres gibt!

Aber auch wenn du deine Lerneinheiten in deinen Tagesablauf integrierst, machst du vielleicht einen Fehler:

Machst du diesen Fehler auch?

Versuchst du Zeit zu sparen, indem du mehrere Dinge gleichzeitig tust?

Läuft beim Lernen nebenbei Musik?

Lernst du mit eingeschaltetem Fernseher?

Liegt dein Handy neben dir, damit du immer wieder mal deine Nachrichten checken kannst?

Schaust du zwischendurch bei Facebook oder Twitter nach, was es Neues gibt?

Lässt du dich von vermeintlich wichtigeren anderen Aufgaben ablenken und unterbrechen?


Wie sieht eine Lernsituation bei dir aus?

Stelle dir folgende Situation vor: Du sitzt an deinem Schreibtisch, hast deine Italienisch- oder Spanischmaterialien ausgebreitet und beginnst zu lernen. Das Handy liegt neben dir, dein E-Mail-Programm am Computer und deine Facebook-Seite sind geöffnet.

Nach 2 Minuten – du bist inzwischen mitten in einem italienischen Text – sendet dein Handy ein akustisches Signal, du schaust auf das Display und siehst, dass dein Freund dir eine SMS geschickt hat. Natürlich öffnest du sie, beantwortest sie sofort – dauert ja nicht lange – und wendest dich danach wieder deinem Text zu.

Da du aber jetzt den Faden verloren hast – worum ging es noch gleich? –, fängst du wieder an von vorne zu lesen.

3 Minuten später piepst dein Computer – eine E-Mail ist eingegangen. Da du auf Rückmeldung von einem Kunden wartest, schaust du gleich nach. Du siehst aber, dass es eine E-Mail von deiner Mutter ist, die dich für Sonntag zum Mittagessen einlädt, und sagst sofort zu – das dauert ja nicht lange.

Den italienischen Text kannst du ja schließlich nochmal lesen – wo ist das Problem?

Und so geht es weiter – immer wieder wirst du unterbrochen.

Nach einer Stunde klappst du deine Bücher zu, hast aber das unbestimmte Gefühl, nicht viel geschafft zu haben. Aber: Immerhin hast du ja eine Stunde gelernt! Multitasking gelungen oder nicht?

Wäre es aber nicht klüger gewesen, eine halbe Stunde konzentriert zu lernen und anschließend die E-Mails und SMS zu lesen und zu beantworten?

Du hättest wesentlich mehr Nutzen aus deiner Lerneinheit gezogen und in der Summe auch noch Zeit gespart!

Und deine Mutter hätte sich gefreut. Hättest du die Mail nämlich konzentriert beantwortet und den Termin gleich in deinen Kalender eingetragen, wärst du einmal zur vereinbarten Zeit und nicht immer zu spät gekommen.

Du findest dieses Szenario übertrieben? Das ist es vielleicht auch, aber im Großen und Ganzen erkennen sich viele Lerner doch zumindest ansatzweise wieder. Multitasking ist nämlich für viele Lerner ein Problem.


Was ist eigentlich das Problem beim Multitasking?

Auf den ersten Blick sparst du sicherlich Zeit – aber nur vermeintlich! Durch die dauernden Störungen wirst du mehr Zeit brauchen, zwei Handlungen gleichzeitig auszuführen als die gleichen Handlungen hintereinander.

Abgesehen davon, dass deine Fehlerquote beträchtlich steigt – wenn du unkonzentriert bist, machst du Flüchtigkeitsfehler, die dir normalerweise eben nicht passieren.

Das merkt nicht nur deine Mutter, sondern auch du selbst: Wenn du nämlich in deinen Sprachübungen mehr Fehler machst als gewöhnlich oder wenn du „dir etwas einfach nicht merken kannst“.


Was passiert bei Unterbrechungen mit der Konzentration?

Normalerweise sollte die Konzentration eine stabile, auf hohem Niveau verlaufende Kurve sein. Die Konzentration steigt an, bleibt eine gewisse Zeit auf einem Niveau und fällt dann wieder ab.

Bei Unterbrechungen aber verläuft diese Kurve anders: Die Konzentration steigt an, du wirst unterbrochen, die Konzentration fällt rapide ab, du musst die Konzentration neu aufbauen, du wirst wieder unterbrochen, die Konzentration fällt wieder rapide ab – und alles beginnt von vorne.

Dabei ist es unerheblich, welche Art von Unterbrechung vorliegt oder wie lange diese dauert.

Du erreichst also das hohe Niveau gar nicht mehr, weil du ja ständig unterbrochen wirst! Und der Aufbau der Konzentration dauert erheblich länger als das Zusammenbrechen. Es ergibt sich eine Zick-Zack-Linie. Ivan Blatter  nennt das die „Konzentrationssäge“.


Was also tun? – Die Lösung ist ganz einfach!

Wenn du nicht gerade Superman bist, solltest du Multitasking vermeiden. Vermeintlich sparst du zwar Zeit, aber letztendlich dauert alles länger, und nicht nur das: die Arbeitsergebnisse sind auch schlechter.


Du hast damit gar kein Problem?

Super! Das ist zwar selten, aber Ausnahmen bestätigen die Regel – wenn du also damit kein Problem hast, dann behalte deine Arbeitsweise ruhig bei!

So oder so wünsche ich dir viel Spaß beim Sprachenlernen!

Lust auf weitere Tipps? Dann empfehle ich dir mein Buch. Du findest es unter diesem Link: Sprachen lernen – Tolle Tipps und Tricks

2 Kommentare

  1. Günter Dorow

    13/02/2015 at 09:43

    Ciao Christine,

    molte grazia per la tua lettere „Sprachen leicht gemacht“! Sì, sono che Supperman con Multitasking. Mi vorrei migliorare!

    Ein sehr guter Artikel!

    tanti saluti Günter

    >

    • Ciao Günter, danke für das Kompliment. Vielleicht motiviert dich der Blog auch wieder zum Italienischlernen im Kurs – falls es Dir möglich ist! Tanti saluti Christine

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