Was ein guter Sprachlehrer kann und woran du ihn erkennst

Der perfekte Sprachlehrer - was er kann, woran du ihn erkennst

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Marta Rechul von Tutorcompass – einer Seite für Sprachlehrer. Sie beantwortet uns die Frage: „Was ist eigentlich ein guter Sprachlehrer?“

Vielen Dank, Marta, für den tollen Artikel!


Du lernst eine Sprache und die Sprachschule reicht nicht? Du möchtest intensiver lernen und suchst dafür einen Privatlehrer. Aber was ist eigentlich ein guter Sprachlehrer?

Diese Frage versuche ich dir heute zu beantworten und zeige auch gleich, woran du ihn erkennst.

Gleich zu Anfang sei gesagt: Es gibt verschiedene Lerntypen, entsprechend gibt es auch diverse Arten von Lehrern. Nicht alle passen zusammen, aber für jeden Lerntyp lässt sich ein passender Lehrer und ein geeignetes Unterrichtsformat finden.

Zu welchem Lerntyp gehörst du?

Bevor du nach einem Sprachlehrer suchst, ist es gut herauszufinden, zu welchem Lerntyp du gehörst.

Es gibt zwei grobe und vier definierte Unterscheidungen:

1. Der schwache Lerner
2. Der starke Lerner

Schwache Lerner sind Personen, die grundsätzlich länger brauchen, um das Gelesene, Gesagte oder Gehörte zu verstehen, gleichzeitig zu verarbeiten, zu speichern und direkt umzusetzen. Oft ist dies der Fall, wenn kulturbedingte Erfahrungen neu erlebt werden oder die Muttersprache einer völlig anderen Sprachgruppe angehört.

Starke Lerner sind solche, die schnelle Verknüpfungen zwischen dem Lerninhalt und der Umsetzung herstellen. Im Alltag weist man starken Lernern ein Talent für Sprachen zu. Personen, die zweisprachig aufwachsen, werden eine dritte Sprache vermutlich einfacher, schneller und strukturierter lernen. Wenn du die zweite Sprache erst im Erwachsenenalter lernst, brauchst du eventuell etwas länger.

Ein guter Sprachlehrer weiß um diese Unterscheidung und kann den Lernstoff aus methodischer und didaktischer Sicht individuell anpassen.

Wie schnell du lernst, hängt aber auch davon ab, welche deiner Sinne am stärksten Informationen aufnehmen und speichern. Hier unterscheidet man hauptsächlich vier Lerntypen, die allerdings je nach Publikation variieren: Die vier verschiedenen Lerntypen

1) visueller Lerntyp
2) auditiver Lerntyp
3) kommunikativer Lerntyp
4) motorischer Lerntyp

Ein guter privater Sprachlehrer wird gleich zu Anfang herausfinden wollen, welcher Lerntyp du bist. Daher ist es gut, sich selbst schon vorher zu kennen. Auf diese Weise hast du eine große Chance, mit dem Privatunterricht den besten Erfolg zu erzielen.

Kennst du dein Ziel? goal-976853_1920

Kennst du bereits deinen Lerntyp, stellt sich die Frage, welches Ziel du mit dem Privatunterricht verfolgst.

Ein Ziel vor Augen zu haben macht immer Sinn. Erst recht dann, wenn du planst Geld in einen privaten Sprachlehrer zu investieren. Schließlich kann es ein teurer Spaß werden.
Ein guter Sprachlehrer wird die erste (hoffentlich kostenlose) Probestunde dazu nutzen, um deine Ziele herauszufinden. Er wird sich bei dem ersten Gespräch nur auf dich konzentrieren. Anschließend wird er dir ein Unterrichtskonzept präsentieren, das auf deine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Passt dein Ziel zur Zielgruppe und Erfahrung des Sprachlehrers?

Nur weil ein Sprachlehrer viele Jahre Erfahrung vorweisen kann, heißt das noch lange nicht, dass er gut ist bzw. zu dir passt.  road-sign-798177_1280

Nehmen wir ein Beispiel: Clara ist auf Niveau B1, kann sich einigermaßen gut verständigen, macht noch viele grammatikalische Fehler. Ihr Ziel ist es ins Ausland zu ziehen und sich noch fließender zu unterhalten. Ihr Ziel ist also freier zu sprechen. Sie möchte Muttersprachler schneller verstehen, schneller sprechen, ihren Alltags-Wortschatz erweitern und Umgangssprache lernen. Ein guter Sprachlehrer wird das sofort verstehen.

Er wird sie als Nächstes fragen, wann sie ihr Ziel erreichen möchte. Bleibt ausreichend Zeit, wird er sich auf den Wortschatz konzentrieren und nebenbei auf die größten Schwächen und Fehler eingehen. Sein Ziel wird immer sein, Claras Konversationsfähigkeit zu trainieren: Hören, Verstehen, Sprechen, Argumentieren, Erzählen. Er wird sich weniger auf alle ihre Grammatikfehler konzentrieren.

Sprachlehrer, die an den Fortschritten ihrer Schüler interessiert sind, haben immer das Ziel des Schülers vor Augen und arbeiten darauf hin.

Manchmal passt dein Ziel aber nicht zur Zielgruppe des Sprachlehrers. Das ist der Fall, wenn sich ein Sprachlehrer auf ein bestimmtes Thema spezialisiert, wie zum Beispiel Wirtschaftsdeutsch und Firmenkurse, du aber Alltagssprache lernen möchtest.

Ein guter Sprachlehrer wird dir ganz klar sagen können, was er kann und was er nicht kann und dich in dem Fall – hoffentlich – an einen Kollegen verweisen. Er wird dich nicht allein lassen, sondern dir trotzdem helfen wollen.

Ein guter Sprachlehrer fordert viel und gibt viel

Du hast dir einen ersten Eindruck von deinem Sprachlehrer gemacht. Wie geht es weiter?
Im Privatunterricht kann ein Sprachlehrer natürlich auch viel falsch machen. Zum Beispiel damit, dass er kein richtiges Konzept hat. Ein guter Sprachlehrer wird dich leiten und dir eine Struktur geben. Er wird kleinere Zwischenziele mit dir ausmachen und deine Fortschritte messen, um dich zwischendurch zu motivieren.

Machst du viele Fehler, wird ein guter Sprachlehrer dich nicht ständig korrigieren, sondern viel Geduld mitbringen und sich auf deine größten Schwächen konzentrieren – und nicht alles auf einmal ausradieren wollen.

Allerdings wird er auch viel fordern. Er wird dir Hausaufgaben entsprechend deiner zeitlichen Möglichkeiten aufgeben und zwischendurch kleine Tests durchführen. Erfahrene Sprachlehrer zeigen dir, wie du auch außerhalb des Unterrichts regelmäßig lernen kannst und dich dazu motivieren. Denn eines weiß dein Lehrer – eine Stunde in der Woche mit ihm reicht einfach nicht aus!

Vor allem aber wird er dir ausreichend Gelegenheit bieten, das Gelernte durch Sprechen anzuwenden und den Unterricht aktiv gestalten. Traust du dich nicht zu sprechen, wird er einen Weg finden, dir deine Angst zu nehmen. Sprichst du zu schnell und zu chaotisch, wird er dir einen Weg zeigen, wie du langsamer, dafür aber korrekter sprichst.

Und das macht einen guten Privatlehrer aus: Er geht auf deine individuellen Bedürfnisse ein. Er kennt dein Ziel und den Weg, es zu erreichen.

Übrigens: Viele Portale bieten ein Bewertungssystem der Lehrer an. Diese werden oft durch Sternchen gekennzeichnet. Auf einigen können die Schüler auch schriftliche Kommentare zu den Lehrern schreiben. Such nach Lehrern mit mehreren positiven Bewertungen.

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Ich fasse zum Abschluss noch einmal kurz zusammen. Einen guten Sprachlehrer erkennst du daran, dass er

  • die Bedürfnisse seiner Zielgruppe kennt
  • dein Ziel kennenlernt und verfolgt
  • deinen Lerntyp beachtet
  • unterschiedliche Materialien einsetzt
  • dich leitet und führt
  • dir klare verständliche Anweisungen gibt
  • fordernd, aber herzlich ist
  • ein strukturiertes Konzept vorlegt
  • dir Tipps gibt, wie du auch zu Hause lernen kannst

Hast du einen solchen Schatz gefunden, bei dem du dich von der ersten Stunde an wohl fühlst, dann halt ihn fest. Er ist vermutlich der Richtige.

Wer hier geschrieben hat:Marta, face

Marta motiviert auf ihrem Blog Tutor Compass Sprachlehrer dazu, unabhängig und selbstbestimmt zu arbeiten, sich mehr zu vernetzen und eigene Projekte zu starten. Sie zeigt dir, wie du erfolgreicher Sprachlehrer wirst und hilft dir, in den Online-Unterricht einzusteigen. Sie selbst liebt aufregende Abenteuer, Billard und spannende Erfolgsgeschichten.

Wenn du jetzt interessiert an einem Sprachkurs bist, dann schau doch noch in diesem Artikel: Lernen in der Gruppe!

2 Kommentare

  1. Rafael

    Ich war auf zwei Sprachschulen in Berlin und fand die zweite (http://www.speakeasysprachzeug.de/) viel besser. Dort wurde auf deine Bedürfnisse eingegangen und die Lehrer sind alle Muttersprachler. Ich habe dort den Spanischkurs A2 belegt und konnte dort meine Kenntnisse verbessern.

    • chkonstantinidis

      Hallo Rafael,
      vielen Dank für den Tipp, die Internetseite schaue ich mir gleich mal an.
      Herzliche Grüße Christine
      P.S. Wenn Du übrigens noch an der Verlosung des Babbel-Gutscheines teilnehmen möchtest – heute ist Teilnahmeschluss. Du müsstest nur beim Artikel zum Babbel-Online-Lernreport einen Kommentar hinterlassen. Dann konnst Du mit in die Losbox.

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