Paukst du noch oder hast du dir dein Sprachmenü schon serviert?

pauken

In den letzten vier Wochen hast du insgesamt 40 Möglichkeiten kennengelernt, wie du dich ohne Pauken, ohne Regeln und ohne Stress mit deiner Lernsprache beschäftigen kannst.

Hast du einige Tipps davon ausprobiert? Gab es welche, die besonders gut für dich gepasst haben?

Falls ja, behalte diese bei, denn sie funktionieren ja nicht nur in den Ferien, sondern auch im Alltag – außer einer: Der Tipp mit dem Verreisen ist dann natürlich nur begrenzt möglich.

Was ist, wenn ich aber gestresst bin und Urlaub brauche?

Vielleicht hast du manchmal aber auch das Gefühl, du musst „dein Gehirn entlüften“ und kannst dich nicht täglich stundenlang um deine Lernsprache kümmern.

Die gute Nachricht ist: Das musst du auch gar nicht.

Allerdings: Erledige zumindest täglich eine Aufgabe in deiner Lernsprache, und wenn es nur fünf Minuten sind.

Wenn diese Aufgabe während deiner Tagesbeschäftigungen leicht untergeht, dann stelle dir einen Handywecker ein oder schreibe dir die Termine auf den Kalender.

Und was ist mit dem Vokabeltrainer?

Der Vokabeltrainer ist natürlich ein Problem.

Sicherlich ist es deine Entscheidung, die Vokabeln eine bestimmte Zeitlang ruhen zu lassen, aber ich gebe zu bedenken, dass sich die nicht abgearbeiteten Vokabeln sehr schnell zu einem riesigen Berg auftürmen, der dann ja wieder abgetragen werden muss – und das macht erst recht keinen Spaß.

Meiner Meinung gilt also auch hier: Lieber wenig, aber regelmäßig.

Welche Lösung gibt es für den Vokabeltrainer?

Mein Vorschlag ist, eine Zeitlang keine neuen Vokabeln einzugeben.

Arbeite also lediglich die zur Wiederholung fälligen Wörter und Ausdrücke ab, und wenn nicht jeden Tag, dann zumindest alle zwei Tage.

So stellst du sicher, dass du nicht Tausende von Vokabeln anhäufst und sich deine Motivation nicht gleich wieder verabschiedet, wenn du im Herbst wieder mit deinem normalen Lern- und Kursprogramm startest.

Wie wäre es mit einem Mini-Pensum?

Schreibe dir doch einen Lernplan für die nächsten Wochen, allerdings nur mit einem täglichen Mini-Pensum.

Dieses sollte so klein sein, dass du es auf jeden Fall einhältst, komme was wolle!

Wenn du dann Lust hast, mehr zu lernen, dann ist das natürlich umso besser!

Es geht die nächsten Wochen also nicht darum, dass du dich signifikant verbesserst (obwohl dir das bei den 40 Tipps durchaus passieren kann, sozusagen „en passant“), sondern darum, nicht alles wieder zu vergessen und dann bei Schul- oder Kursstart wieder von vorne anfangen zu müssen.

Wie sieht so ein Plan aus?

Schreibe eine Tabelle mit den Daten der nächsten 3 bis 4 Wochen.

Dann fügst du dein Mini-Pensum für jeden Tag ein, zum Beispiel für Spanisch:

10. August: einen Artikel in der spanischen Zeitschrift ECOS lesen

Natürlich kannst du auch einen Blogartikel lesen, eine spanische Zeitung kaufen, eine spanische Internetseite aufrufen.

11. August: mit einer spanischen Freundin 10 Minuten skypen

Wenn du niemanden kennst, mit dem du sprechen kannst – es muss ja nicht über Skype sein -, dann suche dir jemanden.

In meinem Blog findest du schon viele Anregungen, wo du Sprachpartner finden kannst. Ich habe zwei sehr nette Partnerinnen über Italki gefunden: Carmen aus Madrid und Mar aus Las Palmas.

12. August: Rezept für Paella heraussuchen und kochen

Wenn du keine Paella magst, dann kochst du eben eine Tortilla oder bereitest ein Buffet mit Tapas zu. Oder du bäckst diesen leckeren Gató de almendra oder Churros. Auf dieser „Churros-Seite“ gibt es so viele Rezepte, dass du täglich neue Variationen ausprobieren kannst!

13. August: ein Youtube-Video anschauen

Youtube hält eine große Auswahl an Sprachvideos bereit.

Entweder suchst du dir eine Fernsehsendung aus, die dich interessiert, oder du suchst dir einen Spanischkanal. Wenn du diese Kanäle abonnierst, verpasst du nie mehr eine Folge.

14. August: ein Kreuzworträtsel lösen

Das Kreuzwort- oder Wortsuchrätsel kannst du auf Papier lösen, aber auch auf dem Tablet oder dem Handy, es gibt unzählige Apps dafür.

15. August: 5 Sätze in Spanisch schreiben, zum Beispiel mit den (zumindest für mich) immer schwierigen Wörtern „por“ und „para“

Hier kannst du gezielt Grammatik üben – und wenn du diese Einheit vor die Einheit mit dem spanischen Telefonat legst, kann deine spanische Freundin deine Sätze gleich noch durchkorrigieren.

16. August: eine Runde spanisches Trivial Pursuit auf dem Handy spielen

Auch dafür gibt es unzählige Apps, nicht nur für Trivial Pursuit, sondern auch für „Wer wird Millionär“ und andere Quizformate.

Und so geht es weiter. Du siehst schon: So richtig anstrengend ist das nicht, oder?

Es bringt dir aber einige angenehme Nebeneffekte:

Nebeneffekt 1

Es stellt sich eine Routine beim Lernen ein, so dass du im Herbst dann einfach weiterlernen kannst, dann aber mit deinem normalen Material der Schule, der Universität oder des Sprachkurses – du bist dann daran gewöhnt und musst nicht wieder alles neu planen und organisieren, sondern lediglich eine Anpassung vornehmen.

Nebeneffekt 2

Du gehst im Herbst wieder in die Schule, die Universität oder in deinen Sprachkurs und musst dir nicht 20 Ausreden überlegen, warum du den Sommer über nichts gelernt hast.

Du bist nämlich vergleichsweise gut vorbereitet und kannst sofort aus den ersten Unterrichtsstunden einen Nutzen ziehen – ein großer Vorteil gegenüber den anderen Schülern und Studenten, die jetzt erst einmal zwei Monate damit beschäftigt sind, Vergessenes wieder aufzuholen und nachzulernen.

Nebeneffekt 3

Da du selbst entschieden hast, was du den Sommer über in der Sprache bearbeiten möchtest, hast du Eigenverantwortung übernommen und kannst stolz auf dich sein!

Du kannst ohne Angst oder schlechtes Gewissen, dafür aber völlig entspannt weiterlernen, weil du ja, wie man so schön sagt, deine Hausaufgaben gemacht hast.

Nebeneffekt 4

Du hast im Sommer etwas Sinnvolles gemacht.

Und wer weiß – vielleicht sind die Sprachen ja deine neue Leidenschaft, auch wenn du als Schüler oder Student sie vielleicht bisher nicht wirklich mochtest?

Vielleicht hast du jetzt gemerkt, dass du alleine entscheiden kannst, wie du dir das Lernen gestaltest und was du bearbeiten möchtest.

Im Laufe der Zeit findest du so nämlich die für dich perfekte Lernmethode.

Nebeneffekt 5

Die meisten Tipps haben sich überhaupt nicht nach Lernen angefühlt.

So hast du optimal das Lernen und dein Leben verbunden – und das ist doch das Allerbeste!

Und wieso ist das das Allerbeste?

Dass diese Tipps ja auch im Alltag funktionieren! Wer sagt, dass Lernen langweilig sein muss?

Lernen sollte Spaß machen, begeistern, alle Sinne einbeziehen und sich optimal in dein Leben einbinden lassen.

Ich glaube, dass sehr viele der 40 Tipps das Zeug dazu haben.

Viel Spaß beim Zusammenstellen deines Lernmenüs! Und das Genießen nicht vergessen!!!

Weitere Tipps gefällig?   Hier ist der vierte Teil der Serie „Wie du die Ferienzeit ohne Sprachkurs überstehst“ – dort findest du die Verlinkungen zu den ersten drei Teilen.

Außerdem empfehle ich dir mein Buch als E-Book oder als Taschenbuch.

2 Kommentare

  1. Sabienes

    Dein Sprachkurs hat einen interessanten und alltagstauglichen Ansatz. Wenn ich Zeit hätte …. Hab ich leider nicht!
    LG
    Sabiene

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