Die ExpoLingua 2015 in Berlin – eine Nachlese

Ende November fand in Berlin die Sprachenmesse ExpoLingua statt. Expolingua

Also haben mein Mann und ich ein Hotel in Berlin gebucht und sind für drei Tage dorthin gefahren. Einen Tag Messe, ansonsten noch viel Sightseeing in der Stadt, gut essen und viel – sehr viel! – laufen – das war unser Programm.

Der Aufenthalt war ein bisschen überschattet von den Attentaten von Paris – vor dem Maison de France lagen viele Blumen, ebenso vor der französischen Botschaft, und es waren viele Polizisten unterwegs.

Alles in allem aber war es ein toller Aufenthalt und auch der obligatorische Besuch im Ampelmännchenshop fehlte nicht! Diesmal erstand ich einen Regenschirm (eine Ampelmanntasse habe ich schon) und bin beinahe so weit, mich über Regen zu freuen, weil der Schirm so toll ist …

Die Messe ExpoLingua selbst …

Ich war nicht das erste Mal dort. Aber auch dieses Jahr habe mich für meine Schüler, Kursteilnehmer, Blogleser (also auch für dich) und nicht zuletzt für mich selbst über Neuerungen im Sprachenbereich informiert und bei der Gelegenheit auch zahlreiche Kurzinterviews mit verschiedenen Ausstellern geführt. Es gibt immer wieder etwas Neues  zu entdecken und war sehr interessant.

Sie fand im Russischen Haus statt, ging über zwei Etagen und bot mit 144 Ausstellern aus 27 Ländern viel Information. Natürlich konnte ich auch meine Sprachen anwenden, denn die Messe war keineswegs überlaufen, und die Aussteller nahmen sich größtenteils sehr viel Zeit für Gespräche. Vor allem mit Elisa von Spanishvalladolid hatte ich eine lange Unterhaltung – es war das erste Mal, dass ich mein Spanisch an komplett fremden Menschen „ausprobierte“ und es funktionierte erstaunlich gut. Und das, obwohl ich wirklich sehr aufgeregt war …

Nicht nur Information, sondern auch Tipps für dich!

Also habe ich nicht nur viele Informationen mitgebracht, sondern auch kurze Interviews geführt. Ich habe immer die drei folgenden Fragen gestellt:

1) Welche Sprachen sprechen Sie selbst?

2) Welche Empfehlungen geben Sie jemandem, der eine Sprache lernen möchte? Was funktioniert Ihrer Meinung nach am besten?

3) Was ist Ihr ultimativer Tipp?

Die Antworten

Elisa von  Spanischkurse in Valladolid  DSC00757

1) Ich spreche Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Englisch und Polnisch.
2) Man sollte eine Verbindung zur Sprache herstellen, durch die Gastronomie oder durch den direkten Kontakt zu den Menschen.
3) Der ultimative Tipp ist: Man sollte die Sprachen im Alltag leben.

Natalja von LAL-Sprachreisen

1) Ich spreche Russisch, Englisch und Deutsch.
2) Ein wichtiger Faktor ist die Eigenmotivation. Außerdem sollte man sich mit der Sprache umgeben, das geht am besten im Land selbst. Außerdem sind Freundschaften und Begegnungen wichtig.
3) Der ultimative Tipp ist: Man sollte motiviert sein, eine Sprache zu lernen.

Isabela von HelloTalk  HelloTalk

1) Ich spreche Chinesisch, Englisch, Spanisch und Koreanisch.
2) Man sollte viel mit Menschen kommunizieren und viel lesen.
3) Der ultimative Tipp: Man sollte versuchen, in der Sprache nicht über Grammatik oder Vokabeln nachzudenken, sondern die Sprache einfach wie die Muttersprache zu benutzen.

Anmerkung: Zu HelloTalk gibt es auf meinem Blog eine Rezension. Du findest sie hier.

Toni von Education First

1) Ich spreche Deutsch, Englisch und Französisch.
2) Man sollte ins Land fahren, in dem die Sprache gesprochen wird. Außerdem sollte man die Sprache so viel wie möglich in den Alltag integrieren.
3) Der ultimative Tipp: Man sollte offen sein und Lust auf die Sprache haben.

Karla von MID – West Ireland Languages

1) Ich spreche Deutsch, Englisch und Französisch.
2) Man sollte ins Land fahren, man sollte aktiv sein und mit den Menschen reden.
3) Der ultimative Tipp: Man sollte keine Angst vor dem Sprechen haben.

Franz von Klassenzimmer 20

1) Ich spreche Deutsch, Spanisch, Portugiesisch und Englisch
2) Man sollte in das Land fahren, man sollte zu Hause Post-it-Zettel beschriften und überall hin kleben. Außerdem sollte man einfache Bücher lesen und Fernsehsendungen mit Untertiteln anschauen.
3) Der ultimative Tipp: Man sollte versuchen, die Zweideutigkeiten und Unterschiede der Sprachen zu verstehen.

Ana von der Universitat de València

1) Ich sprechen Deutsch, Spanisch, Englisch, Valencianisch, außerdem ein bisschen Französisch und Italienisch).
2) Man sollte einen guten Lehrer suchen, außerdem hochmotiviert sein. Man sollte die neuen Medien nutzen und mit den Menschen kommunizieren.
3) Der ultimative Tipp: Man sollte motiviert sein und keine Hemmungen haben.

Tobias von Tandem  e07fe6d2-tandemlogo

1) Ich spreche Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch
2) Man sollte sprechen und sich von Anfang an ins „kalte Wasser“ begeben. Außerdem sollte man das Lernen dem eigenen Tempo anpassen und flexibel bleiben. Natürlich ist auch eine innere Motivation wichtig.
3) Der ultimative Tipp: Man sollte selbst entscheiden, was man lernen möchte. Die Motivation ist wichtig.

Anmerkung: Die Tandem-App war auch schon Thema in diesem Artikel.

Rosangela von Portuguese now!  DSC00766

1) Ich spreche Spanisch, Portugiesisch, Englisch und Deutsch.
2) Man sollte viel lesen, viel hören (Podcasts, Radio oder auch Gespräche) und viel sprechen.
3) Der ultimative Tipp: Man sollte das Sprachenlernen wirklich wollen.

Charlotte von Lingoda

1) Ich spreche Französisch, Englisch und Deutsch.
2) Man sollte eine Zeitlang im Land leben, mit Muttersprachlern kommunizieren und aktiv lernen, also sich so oft wie möglich mit der Sprache umgeben (Immersion).
3) Der ultimative Tipp: Ohne Disziplin geht es nicht.

Als Ergänzung habe ich noch Yeri, meinen bolivianischen Spanischlehrer, gefragt.

1) Ich spreche Spanisch, Portugiesisch, Englisch, Deutsch, Katalanisch und ein bisschen Italienisch.
2) Man sollte Wörter im Zusammenhang schreiben und sich um die Verbkonjugationen kümmern. Außerdem sollte man Wörter und Bilder verknüpfen, viel sprechen und die Sprache so oft wie möglich anwenden.
3) Der ultimative Tipp: Man sollte so viel üben wie möglich. Die Sprache hört nach dem Unterricht nicht auf. Das Interesse und die Motivation sind entscheidend.

Viele Fotos von der ExpoLingua findest du übrigens auf der Homepage. Die Fotos in diesem Beitrag sind alle von mir selbst.

Auf der Homepage gibt es auch noch viele weitere Informationen, zum Beispiel zur Besucherstruktur und eine Liste der Aussteller.

Die nächste Messe wird übrigens im Februar die Didacta in Köln sein.

Herzliche Grüße
Christine

2 Kommentare

  1. Beatrix Andree

    13/01/2016 at 19:10

    Hallo Christine,
    das hört sich ja richtig lebendig und spannend an. Super Idee, so viele Personen nach ihren Sprachkenntnissen und ihren Sprachtipps zu befragen.
    Viele Grüße, Beatrix

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