Sprachtandems im Jahr 2016 und ihre Folgen …

An Marit Alkes Blogparade habe ich ja auch schon teilgenommen – und heute kommt noch der versprochene zweite Teil, diesmal als Artikel zur Teilnahme an der Blogparade von Carina Reitz von Reitz-Coaching. Sie hat ihre Blogparade unter das Thema „Mein traumhaftes Jahr“ gestellt – und da fallen mir natürlich meine Spracherfahrungen ein! Auch Tipps für dich, damit du ähnliche Erfahrungen in der Zukunft machen kannst, fehlen nicht.

Die Fragen, die Carina als Leitfragen gestellt und die ich auf meine Sprachtandems abgewandelt habe, sind:

  • Welchen Sprachtraum hast du dir in diesem Jahr erfüllt?
  • Welche kleinen Träume sind für dich wahr geworden?
  • Welche deiner persönlichen Eigenschaften haben dir geholfen, durchzuhalten?
  • Wer hat dich auf deinem Weg begleitet?
  • Welche Steine wurden dir in den Weg gelegt?
  • Welche Träume hast du für die Zukunft?
  • Welche Tipps hast du für deine Leser, um ähnliche Erfahrungen zu machen?

Irgendwie wird es auch diesmal wieder eine Art Selbstinterview.

 

Welchen Sprachtraum hast du dir in diesem Jahr erfüllt?

Wer mich kennt, weiß, dass ich mit großer Begeisterung Sprachen lerne und dass ich am liebsten noch einige Sprachen mehr lernen würde, wenn … ja wenn ich mehr Zeit dafür hätte. Da aber mein Tag auch nur 24 Stunden hat und ich ja auch (nicht gerade wenig) arbeite, beschränke ich mich auf die Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Latein und neuerdings auch Spanisch (ok, seit 1. Januar ist ein bisschen Portugiesisch mit dabei, aber das ist nur ein Test).

Mein Sprachtraum im letzten Jahr war sehr einfach zu erfüllen: Sprachtandems. Ich wollte mehr Kontakt zu den Menschen in den Ländern selbst und habe mir über Italki einige Sprachpartner in Spanien, der Schweiz, Frankreich, Südamerika und Italien gesucht. Mit diesen habe ich angefangen, über Skype zu sprechen – und inzwischen sind einige von ihnen zu sehr guten Freunden geworden. Ja, und der Traum war und ist: Möglichst viele von ihnen einmal persönlich kennenzulernen.

Ich kenne inzwischen schon Mar aus Gran Canaria (sie hat mich für ein Wochenende besucht), Carlos und seine Eltern Pilar und Carlos aus Valencia (wir waren im September in Valencia und fliegen jetzt im April wieder hin), Daniel und Úrsula aus Barcelona (die in der Schweiz wohnen) und Xavier (der ebenfalls in der Schweiz wohnt).

Das sind alles so großartige Menschen! Dafür lohnt es sich, Sprachen zu lernen.

 

Welche kleinen Träume sind für dich wahr geworden?

Die kleinen Träume sind nicht spektakulär, für mich aber sehr wichtig. Zum einen ist es toll, dass all diese Menschen – und nicht nur die, die ich schon persönlich kenne – genauso gerne mit mir sprechen wie ich mit ihnen.

Zum anderen mache ich große Fortschritte in den Sprachen, weil alle viel Geduld mit mir haben und mich unermüdlich verbessern, mir alles erklären und mich an die Hand nehmen und durch die Mysterien der Fremdsprachen führen.

Außerdem habe ich so viel über die Länder und die Leute erfahren, dass meine Partner manchmal ganz erstaunt sind, was ich schon alles weiß (zum Beispiel, dass der Gründonnerstag in bestimmten Gegenden Spaniens nur ein Feiertag ist, wenn der 1. Januar auf einen Sonntag fällt. Das hat mir Carlos‘ Mutter erklärt, mit der ich fast jeden Sonntag skype und während der Woche WhatsApp-Nachrichten austausche).

 

Welche deiner persönlichen Eigenschaften haben dir geholfen, durchzuhalten?

Ich halte mich für einen sehr gut organisierten Menschen, außerdem liebe ich die Sprachen, all diese Menschen und bin sehr geduldig (auch mit mir selbst). Ich bin sehr diszipliniert und habe seit April 2015 auf Memrise keine einzige Lerneinheit ausfallen lassen. Damit stehe ich mir zwar manchmal selbst im Weg, aber für die Sprachen und das Lernen sind das alles gute Eigenschaften.

 

Wer hat dich auf deinem Weg begleitet?

Natürlich mein Mann, der sehr geduldig meine Tandemgespräche per Skype erträgt (und währenddessen häufig vor dem Fernseher „geparkt“ wird). Dafür aber darf er überall mit hinfahren, wenn wir ins Ausland reisen und meine Sprachfreunde besuchen.

Und es kam, wie es kommen musste: Mein Mann hat sich mit Carlos‘ Vater derart angefreundet, dass er nur wegen ihm jetzt Spanisch lernt!

Selbstverständlich begleiten mich auch meine ganzen in- und ausländischen Freunde auf diesem Weg. Vor allem mit Daniel (aus Barcelona), Carlos (aus Valencia), Dimpna (aus Mexiko), Martín (aus Madrid), Carmen (aus Bilbao, allerdings ist sie Italienerin und wir sprechen Deutsch und Italienisch), Marco (aus Sardinien) und Carlota (aus Mallorca) pflege ich sehr intensive Freundschaften, die manchmal über das normale Skypen hinausgehen.

 

Welche Steine wurden dir in den Weg gelegt?

Die im Weg liegenden Steine sind im Wesentlichen drei:

Ich hätte gerne mehr Zeit, um entspannter solche Gespräche führen zu können. Manchmal ist es schon schwierig zu organisieren, wann die Gespräche stattfinden, vor allem, wenn verschiedene Arbeitszeiten oder Zeitzonen auf der Welt berücksichtigt werden müssen.

Zum anderen sind sich die Sprachen sehr ähnlich, vor allem Italienisch und Spanisch. Wenn ich also ein Gespräch in Italienisch hatte und direkt danach eines in Spanisch, dann wundern sich meine „Spanier“ schon manchmal über meine „italienische“ Kreativität bei der Wortbildung und beim Satzbau. Ich würde gerne schneller zwischen den Sprachen umschalten können. Ich glaube aber, dass das eine Übungsfrage ist.

Der dritte Stein ist, dass die Koordination der Termine und die unvorhergesehenen Dinge des Lebens mir häufig einen Strich durch die Rechnung machen.

 

Welche Träume hast du für die Zukunft?

Ein großer Traum ist, Carlos, Daniel, Xavier und Mar wiederzusehen. Und ich möchte im Laufe der Zeit alle Partner meiner Sprachtandems persönlich kennenlernen. Viele sitzen in Europa, da sollte das im Laufe der Jahre kein großes Problem sein, aber einige sind auch in Südamerika. Das macht die Sache schon schwieriger.

 

Welche Tipps hast du für deine Leser, um ähnliche Erfahrungen mit Sprachtandems zu machen?

Ich schlage manchmal meinen Italienisch-Kursteilnehmern vor, sich über das Internet Partner zum Sprechen im Rahmen eines Sprachtandems zu suchen und bekomme dann häufig die Antwort: „Nein, das ist nichts für mich! Wer weiß, was das dann für Leute sind!“

Allerdings glaube ich, dass das Internet in diesem Bereich unendlich viele Möglichkeiten bietet, speziell im Bereich Sprachenlernen passende Partner zu finden. Nicht jeder hat 2 Spanier oder 4 Italiener, die gleich um die Ecke wohnen, automatisch auch noch dieselben Interessen und idealerweise auch noch ähnliche Arbeitszeiten haben.

Woher also sollen diese Menschen dann kommen?

Daher meine Tipps:

  • Sei offen gegenüber anderen Menschen. Du suchst Partner für Sprachtandems, nicht zum Heiraten.
  • Habe keine Angst vor der Technik, Skype ist nicht schwierig zu bedienen
  • Schreibe zu Beginn einige Partner an, aber nicht zu viele, sonst kannst du dich vor Antworten nicht retten
  • Schreibe regelmäßig und pflege die neuen Kontakte
  • Interessiere dich für deinen Partner, stelle Fragen, erzähle etwas von dir
  • Fange mit einem schriftlichen Tandem an und schwenke auf Gespräche um, sobald du Grundkenntnisse in der Fremdsprache hast
  • Teilt die Sprechzeit etwa 50 : 50 auf die beiden Sprachen auf
  • Achte auf das Land des Partners (Zeitverschiebung, Internetverfügbarkeit)
  • Fixiere Termine immer schriftlich, bei unterschiedlichen Zeitzonen auch mit der Definition „deine Zeit, meine Zeit“

Du wirst sehen, dass du so schnell Kontakt zu Muttersprachlern bekommst – und bald wirst du merken, wofür sich das Sprachenlernen wirklich lohnt: Nämlich für so tolle Menschen wie Daniel, Carlos, Pilar, Mar, Marco, Carmen, Carlota oder Xavier (oder all die anderen!)

9 Kommentare

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  2. Ricardo Seifert

    19/01/2017 at 15:12

    Toller Artikel. Wie immer ist es sehr hilfreich. Ich lerne gerade Deutsch und diese tolle Artikel sind super.

    -)

    • Christine

      19/01/2017 at 17:51

      Hallo Ricardo,

      vielen Dank für dein Kompliment! Und ich wünsche dir weiterhin viel Spaß beim Deutschlernen!
      Hast du schon deutsche Tandempartner?

      Viele Grüße
      Christine

      • Ricardo Seifert

        27/01/2017 at 16:29

        Hey Christine.

        Tut mir leid, dass meine Antwort zu spät gekommen ist. Zurzeit habe ich keine Tandempartner. Deshalb beschäftige ich mich nur mit Artikel lesen, Film gucken, Musik hören und so weit.

        Ich habe ein paar Male mit Mensche versucht zu reden, auf Skype oder Facebook. Aber das hat nicht funktioniert, weil sie sind nicht deutsch und ihre ausspreche macht mir schwer zu verstehen.

        Macht mir immer Spaß dein Blog zu lesen. -)

  3. Hallo Christine, ich liebe Sprachtandems :-).

    Man kann Sprachen kaum einfacher lernen als im Alltag mit der Hilfe von jemandem, der seine Sprache WIRKLICH beherrscht. Kein Vergleich mit (Schul)unterricht. Einer meiner Vorsätze ist, mir ein italienisch-Sprachtandem zu suchen.

    Danke für deinen Beitrag!
    Susanne

    • Christine

      19/01/2017 at 17:53

      Hallo Susanne,

      da stimme ich dir vollkommen zu! Ich bin gespannt, ob du jemanden für ein Italienischtandem findest. Und ich freue mich, wenn du mir darüber berichtest. Vielleicht ergeben sich bei dir dann auch so tolle Freundschaften wie bei mir?

      Viele Grüße
      Christine

  4. Liebe Christine,

    vielen lieben Dank, dass du diesen Artikel als Beitrag zu meiner Blogparade verfasst hast. So bekomme ich auch mal einen tieferen Einblick in deine wundervolle Welt der Sprachen 🙂

    Ich selbst liebe Sprachen ebenfalls, es fiel mir immer leicht, sie zu lernen. Allerdings habe ich mich seit Jahren in diesem Bereich nicht mehr weitergebildet. Dein Artikel macht richtig Lust, sich wieder intensiver mit Sprachen zu befassen.

    Liebe Grüße
    Carina

    • Christine

      13/01/2017 at 22:56

      Liebe Carina,

      danke für deinen Kommentar – vielleicht kann ich dich ja wirklich zum Lernen motivieren? Wenn wir uns mal persönlich treffen, dann zeige ich dir auch noch die ganzen Fotos meiner Tandempartner, dann bist du bestimmt hochmotiviert! 🙂

      Welche Sprache würde dich denn interessieren?

      Viele Grüße
      Christine

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