10 Tipps, wie du dir das Vokabellernen erleichtern kannst

Vokabellernen

Wenn du eine Sprache lernst, kommst du um Vokabeln nicht herum. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, sich zu fokussieren und das Vokabellernen zu optimieren, damit keine Energie für unnötige Arbeiten verloren geht. Was solltest du also beachten? Hier kommen 10 Tipps zum Vokabellernen, damit du schnell Fortschritte machst und Erfolge in deiner Lernsprache erzielst.

 Lerne Vokabeln, die du brauchst

Welche Vokabeln solltest du lernen? Stelle dir folgendes Szenario vor: Walter lernt Französisch und kauft sich ein Lehrbuch. Da er früher schon einmal Französisch gelernt hat, nimmt er kein Buch für Anfänger, sondern eines auf einem höheren Sprachniveau. Darin enthalten sind die Themen „Arbeitssuche und Berufsleben“, „Einkaufen von Kleidung“, „Bank und Post“, „Arzt und Apotheke“, „Umweltschutz“, „Kinder oder Karriere?“ und „Literatur und Theater“. Angenommen, Walter ist Rentner und möchte in den nächsten Monaten mit seiner Frau nach Südfrankreich übersiedeln, um dort die Wintermonate zu verbringen. Wenn er jetzt streng nach Lehrbuch vorgeht, dann lernt er alle Vokabeln zu oben genannten Themen. Aber braucht er diese Vokabeln wirklich? Interessieren ihn wirklich Themen wie „Arbeitssuche und Berufsleben“, wenn er schon in Rente ist? Was soll er mit dem Thema „Kinder oder Karriere?“? Du siehst schon, worauf ich hinauswill: Lerne nur die Vokabeln, die du auch brauchst. Im Falle von Walter wären das die Themen „Einkaufen von Kleidung“, „Bank und Post“, Arzt und Apotheke“ und eventuell noch „Literatur und Theater“.

Als Faustregel gilt: Wörter, die du in deiner Muttersprache nicht brauchst, brauchst du in deiner Lernsprache erst recht nicht.

Lerne die Aussprache

Nehmen wir wieder Walter als Beispiel. Stelle dir vor, er fährt nach Südfrankreich und fängt an zu sprechen. Er hat aber nie die Aussprache richtig gelernt, so dass ihn die Menschen nur sehr schwer verstehen. Was wird wohl passieren? Irgendwann wird ihn der Mut verlassen, überhaupt noch etwas zu sagen, und er wird auf Deutsch oder Englisch umschwenken.

Besser ist es, gleich von Beginn an die Aussprache zu lernen. Dafür kannst du dir einen Lehrer buchen, in einen Sprachkurs gehen oder mit Hörtexten oder Apps arbeiten. Viele Apps und Computerprogramme sprechen dir die Vokabeln vor, so dass du die korrekte Aussprache anhören kannst. Häufig gibt es sogar eine Aufnahmefunktion, mit der du deine Aussprache mit der des Muttersprachlers vergleichen kannst. Leichter geht es kaum.

Lerne die Rechtschreibung

Walter hat aber noch ein weiteres Problem. Er kann inzwischen vielleicht ganz gut sprechen, aber tut sich sehr schwer, die Wörter zu schreiben – die französische Rechtschreibung ist aber auch wirklich schwierig! Man denke nur an die Akzente, die Endungen, die man nicht hört, und die vielen gleich klingenden Wörter! Woher soll Walter wissen, wie man das alles schreibt?

Ganz einfach: Sprechen lernt man nur durch Sprechen und Schreiben nur durch Schreiben. Also solltest du – ebenso wie Walter in unserem Beispiel – immer wieder Texte schreiben und von Muttersprachler korrigieren lassen. Du kannst auch, wenn du dazu keine Lust hast, ab und zu einfach einmal einen Text abschreiben. Du deckst den Text kurz auf, liest dir den Satz durch, deckst den Text wieder zu und schreibst dann den Satz auf. Wenn du nicht mehr weiter weißt, schaust du wieder nach.

Benutze Eselsbrücken

Walter hat viele Wörter, die er sich einfach nicht merken kann. Sicherlich kennst du Eselsbrücken wie „Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich“. Diese Eselsbrücken gibt es auch für verschiedene Fremdsprachen – eine Liste findest du in diesem Artikel

Eselsbrücken

Du kannst dir allerdings auch selbst Eselsbrücken basteln. Das geht ganz einfach. Du nimmst das französische Wort – natürlich funktioniert es auch in anderen Sprachen – und überlegst dir ein verwandtes Wort im Deutschen. Am besten funktioniert es über den Klang oder über die Schreibweise. Ein Beispiel: céder = abbrechen → den Brennvorgang einer CD abbrechen

Schreibe dir Vokabeln, die du unterwegs hörst, auf

Walter hat immer einen kleinen Notizblock in der Tasche. Warum? Das ist ganz einfach erklärt: Wenn er unterwegs ist und Gesprächsfetzen aufschnappt oder Schilder oder Aufschriften liest, dann notiert er sich häufig Vokabeln und Redewendungen. Sobald er dann wieder zu Hause ist, werden diese Vokabeln, Sätze und Redewendungen in den Vokabeltrainer übertragen und gelernt. Der angenehme Nebeneffekt ist, dass Walter sich diese Vokabeln leichter merken kann, weil er ja dazu eine bestimmte Situation im Kopf hat. Wenn also ein Mann in einer Weinhandlung von „cuvée“, „bouteille“ und „vin de pays“ gesprochen hat, dann kommt Walter beim Lernen und Wiederholen dieser Wörter immer die Situation in den Sinn, in der er die Vokabeln gehört hat.

Also gilt auch für dich: Schreibe dir Vokabeln, die du unterwegs hörst und auch liest, auf. Zu schnell wären sie sonst wieder vergessen – und es wäre sehr schade darum!

Organisiere dein Vokabellernen (Themenwortschatz etc.)

Walter führt kein normales Vokabelheft. Vielmehr hat er einen Ringbuchordner, in dem die Vokabeln nach Themen eingeordnet sind. Wenn neue Vokabeln zu einem Thema dazukommen, wird einfach ein neues Blatt an der entsprechenden Stelle abgeheftet. So kann Walter sich gut auf Situationen vorbereiten.

Genau dieses rate ich auch dir: Lege dir einen Ringbuchordner mit Themenwortschatz an. Themen könnten zum Beispiel die typischen Urlaubssituationen sein wie „Restaurantbesuch“, „Hotel“, „Wegbeschreibungen“ oder „Arzt, Zahnarzt und Apotheke“, aber auch komplexere Themen wie „Politik“, „Umweltschutz“, Kunst und Literatur“ oder „Musik“. Du kannst auch Redemittel einsortieren, in Rubriken wie „Diskussionswortschatz“, „Seine Meinung ausdrücken“, „etwas ablehnen“, „Zustimmung ausdrücken“ oder „Gefühle ausdrücken“.

Nutze ein geeignetes Vokabel-Lernsystem

Walter nutzt also seinen Themenwortschatz zum Nachschlagen und Stöbern. Zum Lernen und Wiederholen verwendet er allerdings einen Vokabeltrainer am Computer und auf dem Smartphone – dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Du findest Vorschläge dafür in diesen Artikeln:

Memrise – mein Vokabellernsystem ausführlich erklärt Teil 1

Memrise – wie du damit eine Lernroutine aufbaust Teil 2

Babbel – das Tool zum Vokabellernen

Dialoge aus Lehrbüchern

Für Walter hat es sich bewährt, immer wieder Dialoge zu lesen. So lernt er nämlich die gesprochene Sprache und stellt die Basis einer Sprache sicher. Derlei Dialoge findest du, genauso wie Walter sie gefunden hat, in Lehrbüchern, in vielen Grammatiken und auch in Selbstlernkursen.

Dialoge mit Audiodateien

Walter hat ja schon Punkt 2 unserer Liste beherzigt – lerne die Aussprache – und so hört er sich Dialoge natürlich auch immer wieder an. Das ist heutzutage kein Problem, weil es zu den meisten Büchern und Kursen auch CDs oder Downloads der Hördateien gibt. So kannst auch du gleichzeitig hören und lesen. Alternativ kannst du aber auch Zeiten ausnutzen, in denen du beispielsweise im Auto sitzt – dann hörst du dir die Dialoge eben nur an.

Werde in der Sprache aktiv

Natürlich hat Walter ein Ziel: Er möchte mit den Menschen sprechen. Und selbstverständlich macht er das dann auch! Schließlich hat er sich gut darauf vorbereitet. Das gilt auch für dich: Wende die Sprache so bald es geht an, sprich mit den Menschen, werde aktiv. Dann kannst du dich an deinen Erfolgen freuen und stellst fest, dass das Sprachenlernen sehr großen Spaß macht.

Viel Spaß dabei wünsche ich dir!

Christine

 

6 Kommentare

  1. Hallo Christine,

    ein toller Artikel und eine gute Sammlung von Tipps. Was hältst du denn vom Vokabeln lernen mit dem Karteikasten-System?

    Für mich einfach die beste Methode um Vokabeln effektiv zu lernen und sie lange zu behalten.

    Viele Grüße,
    Timo

  2. Felicitaciones, muy buen texto y presentacióm

  3. Hallo,

    Sehr wertvolle und gute Ratschläge!!
    Ein leichtes und unterhaltsames Lesen.
    Ich danke Ihnen 🙂

    LG,

    Isabel

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