Wie du ohne Sprachlehrer und Sprachkurs lernen kannst – Sommerspecial Teil 2

Dein Sprachlehrer ist immer noch nicht aus dem Heimaturlaub zurück?

Die spanischen, französischen und italienischen Kollegen weilen weiterhin unter Palmen, auf dem Eiffelturm oder in einem Straßencafé in der Toskana und lassen dich zu Hause?

Deine italienischen, portugiesischen und russischen Mitstudenten sind noch weitere 5 Wochen zu Hause und lassen sich von ihrer Mutter bekochen – und es ist ihnen egal, wie sich deine Sprachkenntnisse weiter entwickeln?

Momentan ist kein Sprachlehrer oder Sprachkurs greifbar?

Dann hilft alles nichts – wir brauchen weitere 10 Vorschläge, wie du diese Durststrecke überstehst!


Hast du die Vorschläge des Artikels Wie du ohne Sprachlehrer und Sprachkurs lernen kannst – Sommerspecial Teil 1 gelesen? Hast du einen oder sogar mehrere Vorschläge ausprobiert?

Hier nochmal in Kurzfassung die Liste:

1) Koche nach Rezepten in deiner Lernsprache


2) Schreibe deine Einkaufsliste in deiner Lernsprache


3) Beschreibe Fotos


4) Sprich im Urlaub


5) Melde dich bei deinen ausländischen Freunden


6) Verreise


7) Kaufe einen Reiseführer in deiner Lernsprache – vor dem Urlaub


8) Kaufe einen Reiseführer in deiner Lernsprache – über deine Heimat


9) Hole Material in deiner Lernsprache bei der Touristeninformation


10) Mache eine Stadtführung in deiner Lernsprache mit

 

Wenn du alles nochmal genau nachlesen möchtest, hier ist der Link: Wie du ohne Sprachlehrer und Sprachkurs lernen kannst – Sommerspecial Teil 1

Hast du das Wort „müssen“ aus deinem Sprachschatz gestrichen? Hast du dein Ziel entsprechend angepasst und bist zufrieden mit der Neu-Definition? Hast du neue Motivation erhalten, weil du neue Ansatzpunkte für die Sprache für dich entdeckt hast?

 

Dann kommen hier die 10 nächsten Vorschläge:

1) Stelle dir zu Hause einen Radiosender deines Lieblingslandes ein.

Wenn das nicht über dein normales Küchenradio funktioniert, dann suche dir einen Sender über das Internet – damit sollte es überhaupt kein Problem sein.

In Deutschland gibt es eine Radiostation mit dem Namen „Radio Cosmo“, die Radiosendungen in 14 verschiedenen Sprachen anbietet, vielleicht ist etwas Passendes für dich dabei. Auf der Internetseite kannst du auch noch Artikel nachlesen und auch Ausschnitte nachhören.

Für Italienischlerner empfehle ich auch diesen Artikel, in dem es um Radiosender für Italienischlerner geht.


2) Höre Musik und arbeite damit!

Du kannst auch Musik in deiner Lernsprache hören, meist gibt es im Internet sogar die Texte zum Mitlesen.

Außerdem gibt es eine tolle Internetseite, Lyricstraining, dort kannst du Lieder in verschiedenen Sprachen anhören und Lückentexte ergänzen. Das macht Spaß und du lernst etwas dabei. Der Link lautet: Lyricstraining


3) Höre Podcasts

Dieser Tipp zieht sich durch meinen Blog wie ein roter Faden.

Ich liebe Podcasts und höre andauernd welche. Nicht nur in meiner Muttersprache, sondern auch in verschiedenen anderen Sprachen – inzwischen gibt es ein riesiges Angebot in jeder Sprache zu jedem noch so exotischen Thema!

Ich nutze iTunes zum Herunterladen, dort werden meine Podcasts automatisch verwaltet, aktualisiert und auf meinen iPod übertragen – sehr praktisch, weil ich mich um nichts kümmern muss.

Im iTunes-Store kannst du stöbern oder gezielt nach einem Podcast suchen, sofern du den Namen oder den Autor weißt.

Auch zum Thema Podcast gibt es schon Artikel. Für Deutschlerner empfehle ich die Podcasts der Deutschen Welle   Für andere Sprachen bietet die Klubschule Migros ein umfassendes Angebot.


4) Schaue einen Film im Original

Es gibt sicherlich Filme, die du schon lange anschauen wolltest. Welcher ist es?

Kaufe oder leihe dir die DVD und schaue den Film im Original!

Wenn dir das zu schwierig ist, dann schalte die Untertitel ein (in der Fremdsprache allerdings, sonst wirst du zu sehr abgelenkt und hörst nicht mehr zu) oder wähle einen Film, den du in deiner Muttersprache schon kennst.

Ich habe letzte Woche „Perdiendo el norte“ in Spanisch angeschaut, diese Woche kommt noch „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ in Französisch und „Portugal, mon amour“, ebenfalls in Französisch, an die Reihe. Auch „Madame Mallory und der Duft von Curry“ ist geplant – in Englisch. Und ich bin auf der Suche nach dem Film „Nur eine Stunde Ruhe“ im Original – in Französisch.

Wenn du lieber ins Kino gehst, achte einmal auf das Programm kleinerer Kinos deiner Stadt, häufig haben sie Filme in der Originalsprache im Angebot.


5) Höre Hörbücher

Hier gibt es sehr viel Auswahl über audible.

Dort kannst du entweder deine Hörbücher einzeln kaufen, dann zum regulären Preis, oder ein Abonnement abschließen, dann kostet dich ein Hörbuch nur noch 9,95 Euro. Informationen findest du auf der Internetseite.

Audible hat nicht nur ein riesiges Angebot an deutschen Hörbüchern, sondern ist auch bei anderen Sprachen sehr gut sortiert. Informationen dazu findest du in meinen audible-Artikeln.

Bei vielen Hörbüchern gibt es die Möglichkeit, das E-Book ebenfalls zu einem reduzierten Preis zu erwerben und zwischen Hören und Lesen (oder beides gleichzeitig) hin- und herzuwechseln. Dieses System nennt sich „Whispersync for Voice“ und ist meiner Meinung nach eine geniale Erfindung!

Übrigens kannst du dank audible auch die Technik des Shadowing ausprobieren. Zum Hörbuch gibt es ja meist das E-Book – und damit hast du alles, was du zum Shadowing brauchst.


6) Lies einen leichten Sommerroman – dein Sprachlehrer weiß es ja nicht 🙂

Es muss nicht immer der Klassiker oder die hochwissenschaftliche Literatur sein.

Lies doch in den Ferien einfach einmal einen leichten Sommerroman, vielleicht einen Krimi aus dem Land deiner Lernsprache oder einen Liebesroman.

Vielleicht gefallen dir auch Kurzgeschichten oder Biografien? Es muss nicht immer alles nützlich sein!

Vergiss nicht: Nur weil es in einer Fremdsprache abgefasst ist, ist es nicht automatisch interessant. Lies also Bücher, die dich interessieren!


7) Fokussiere dich beim Vokabellernen auf das typische Sommervokabular

Lerne nicht deinen normalen Wortschatz, sondern das Vokabular, das du speziell für den Urlaub brauchst.

Durchbrich also deine Lernroutine und lerne oder wiederhole Hotel-, Strand-, Wander- oder Gastronomievokabular.

Deine „Alltagsthemen“ kannst du nach den Ferien immer noch weiterlernen.


8) Schreibe dir trotz deiner wohlverdienten Freizeit einen Plan

Dieser Plan kann ruhig etwas reduziert sein. Nimm von deinem normalen Lernpensum einige Teile weg, so dass sich dein Kopf auch einmal erholen kann.

Aber: Höre nicht komplett auf!  Wenn du einen (reduzierten) Lernplan schreibst, bleibst du eher im Lernfluss.

Leider geht das Lernen im Urlaubstrubel und in den veränderten Alltagsgewohnheiten während der Sommerzeit oft unter, vor allem weil der wöchentliche Sprachkurs oder die Unterrichtszeiten wegfallen, deshalb ist es nützlich, wenn du dir zumindest einige Notizen machst, was du in den nächsten Wochen für deine Sprachkenntnisse tun willst.

„Regelmäßig wenig“ lautet die Devise. Sprachenfreaks so wie ich dürfen natürlich so viel lernen wie sie wollen… 🙂


9) Kaufe dir ein Übungsbuch

Diese Regelmäßigkeit aus Tipp 8 kannst du unterstützen, wenn du dir ein Übungsbuch kaufst und täglich oder zumindest alle zwei Tage eine klitzekleine Übung daraus bearbeitest.

Schreibe nach der Bearbeitung der Übung das Datum daneben, dann siehst du, ob du den Plan einhältst.

Zusätzlich motiviert der Datumseintrag, weil du nach einigen Wochen sehen kannst, was du alles geschafft hast.


10) Lerne täglich fünf Vokabeln oder eine Redewendung

Fünf Vokabeln sind nicht viel? Eine Redewendung auch nicht?

Wie man es nimmt: Jeden Tag fünf Vokabeln sind im Monat 150, nach drei Monaten sind es schon 450. Das ist recht ordentlich, vor allem wenn du dich auf Vokabeln konzentrierst, die dich persönlich betreffen oder interessieren.

Du kannst auch einen kurzen Text lesen und dir fünf Vokabeln herausschreiben.

Warum lernst du als Fortgeschrittener nicht täglich eine Redewendung? 30 Redewendungen im Monat sind ein sehr großes Pensum, mit dem man im Alltag viel anfangen kann.

Ich bekomme bespielsweise von meinem französischen Sprachfreund (und inzwischen auch Freund im richtigen Leben) Jonathan täglich eine WhatsApp-Nachricht mit 3 bis 4 Redewendungen in Französisch und in Deutsch. Das ist nicht viel, bringt mich aber schnell vorwärts. Diese Redewendungen gebe ich in einen Memrise-Kurs ein, den mir Jonathan dann auch noch vertont. Personalisierter lernen kann man kaum! Es ist nur selbstverständlich, dass Jonathan von mir auch Lerninhalte bekommt. Er möchte keine Redewendungen, sondern Grammatikerklärungen. Also erkläre ich ihm den Unterschied zwischen „irgendein“ und „irgendwelche“ oder gebe ihm Beispielsätze zur Verwendung des Wortes „ganz“. Auch Scherzfragen und Witze werden hin und her geschickt. Lernen soll ja schließlich Spaß machen. Und seinen Memrise-Kurs vertone ich auch.

Weitere Tipps zum Vokabellernen findest du in diesen Artikeln: Wie du dir deinen eigenen Vokabelschatz aufbaust Teil 1  und  Wie du dir deinen eigenen Vokabelschatz aufbaust Teil 2


Vielleicht war diesmal etwas für dich dabei?

 

2 Kommentare

  1. Liebe Christine,

    ich ‚verfolge‘ dich nun schon eine Weile, habe mir vor einiger Zeit sofort dein Sprachenlernbuch als ebook gekauft und trotzdem schaffst du es immer wieder, mir ein paar neue interessante Anregungen zum Thema Lernen zu vermitteln.

    SUPER!!!

    Diesmal sind es die Radio- und Internetseitentipps, genial.

    Wie du siehst, motivierst du mich auch bei diesen hochsommerlichen Temperaturen, was wirklich etwas heißen soll… 😉

    Beste Grüße,
    Birgit

    • Liebe Birgit,

      das freut mich wirklich sehr. Vielleicht hast Du ja mal Lust, mir Rückmeldung zu geben, wie es im Laufe des Sommers bei diesen Temperaturen mit dem Lernen so klappt… Und im Herbst werde ich Sprachlerner und -experten für kleine Interviews suchen, da würde ich Dich gerne ansprechen, wenn ich darf …
      Liebe Grüße
      Christine

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