Interviewserie (10/10) Was ist dein wichtigster Tipp für Sprachlerner?

0 Interviewserie 10

Unsere Experten haben sich heute noch einmal so richtig ins Zeug gelegt und antworten dir auf die Frage:

Was ist dein wichtigster Tipp für Sprachlerner?

Damit ist die gemeinsame Serie von Sprachheld und mir (fast) abgeschlossen – wenn du die 9 anderen Fragen nachlesen möchtest, findest du hier die Aufstellung:

Was ist für dich die beste Methode?

Mit welchen Tools und Programmen arbeitest du?

Wie setzt du dir Ziele und wie sehen diese aus?

Welche täglichen Gewohnheiten hast du dir angeeignet?

Wie schaffst du es, neben einer Vielzahl von Beschäftigungen zu lernen?

Wie lange dauert es, bis man eine Fremdsprache sprechen kann?

Wie verbesserst du dein Hörverständnis?

Wie behältst du die Begeisterung am Lernen?

Welchen Fehler gilt es beim Sprachenlernen unbedingt zu vermeiden?

Wie schon in den anderen neun Teilen antworten 12 Experten bei mir und 12 Experten auf Sprachheld.de. Den entsprechenden Artikel von Sprachheld.de findest du hier. Wie immer wird ein Experte näher vorgestellt. Bei mir sind das heute sogar zwei: Claudia Scaringi und Jacqueline.

Genug der Vorrede – Vorhang auf für die Expertinnen des Tages und die 10. Frage!

Die erste Expertin des Tages ist Claudia Scaringi   

Sie bloggt auf Friendly Italian.

Ich heiße Claudia Scaringi und komme aus Italien. Nachdem ich Rechtswissenschaften studiert habe und angefangen habe, auf dem Gebiet des Rechts zu arbeiten, habe ich verstanden, dass der einzige Weg zum Glück der ist, der eigenen Leidenschaft zu folgen. Deshalb habe ich meine Arbeit aufgegeben und habe begonnen, Italienisch und Englisch zu unterrichten und als Übersetzerin zu arbeiten. Die Sprachen waren schon immer ein grundlegender Teil meines Lebens, ich habe niemals aufgehört, sie zu lernen, und jetzt spreche ich fünf Fremdsprachen.

Die zweite Expertin des Tages ist Jacqueline 

Ich habe in der Schule standardmäßig mit Englisch angefangen, später zusätzlich Französisch und Lateinisch gelernt – mit mittelmäßigem Erfolg. Nach der Schulzeit habe ich für ein Jahr in Spanien gelebt und später sogar Spanisch studiert. Wegen eines Aufenthalts in China musste ich mich auch mit Mandarin beschäftigen und derzeit versuche ich mich an Hindi. Spaß an Sprachen habe ich erst, seit ich sie von Anfang an an Menschen „testen“ kann 😉


Was ist dein wichtigster Tipp für Sprachlerner?


Anastasia Rylnikov, Technische Übersetzerin

Nicht aufgeben. Auch wenn sich im Kopf alles vermischt, man plötzlich Blackouts hat, unendlich viele neue Ausnahmen dazukommen und nicht das rausbekommt, was man will. Mit jeder neuen Information und mit dem Interesse an der Sprachkultur anderer Menschen bekommt man als Sprachlerner viel zurück. Das sollte einen motivieren, die Sprache zu lernen, selbst wenn es nur zum Bestellen von Espresso auf Italienisch im Café nebenan ist.


Claudia Scaringi, Sprachbloggerin auf Friendly Italian und Übersetzerin  

Man sollte nett zu sich selbst sein. Eine Sprache zu lernen ist immer ein bisschen anstrengend und man beginnt erst, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen, wenn man mindestens bei Niveau B2 angelangt ist. Bis man dieses Niveau erreicht, fühlt man sich manchmal durcheinander, ein bisschen überfordert und verloren, aber das ist normal, das geht allen so. Es bedeutet nicht, dass man dumm oder zum Sprachenlernen nicht geeignet ist.

Alle sind durch diese Phase gegangen, der einzige Unterschied ist, dass die Lerner, die schon eine Fremdsprache gelernt haben, wissen, dass es nur wichtig ist, ein bisschen Geduld zu haben. Wenn man glaubt, dass man „zu dumm für Chinesisch“ ist oder dass „Arabisch nicht die Sprache ist“, dann sollte man einige Momente innehalten und sich daran erinnern, dass das nur Gedanken sind, die kommen, weil es anstrengend ist. Wenn man weitermacht, erreicht man sein Ziel.


Damian, Student – Ziel: Dolmetscher 

Diese Angst vor dem Sprechen zu überwinden und einfach sprechen, sprechen und noch mal sprechen.


Emad, Sprachlerner & beherrscht viele Sprachen

Einfach. Immer den Mut haben zu sprechen. Es gibt dafür keinen Ersatz. Klar wird man Fehler machen, aber du kannst davon nur lernen. Ich versuche immer in der Fremdsprache, die ich lerne, soviel wie möglich zu sprechen, auch wenn ich kein perfektes Verständnis habe. Mit der Zeit wird man garantiert besser!


Guilherme Castro, Sprachblogger auf Road to Multilingualism

Der ultimative Tipp direkt aus meinem Herzen ist: Genieße das Lernen! Ich liebe es auch, von dem Tag zu träumen, an dem ich die Sprache so sprechen werde wie ein Muttersprachler. Manchmal schließe ich die Augen und stelle mir genau das vor. Das ist cool. Aber Lerner sollten den Lernprozess selbst auch genießen, denn er ist schön.

Ich erinnere mich noch an den Moment, als ich das erste Mal ein ganzes Video in Englisch verstanden habe. Ich war so aufgeregt und bewegt, dass ich fast geweint habe. Als ich das erste Mal einen Roman in Japanisch fertiggelesen habe, war ich so stolz auf mich.

Als ich das erste Mal 30 Minuten lang mit einem japanischen Freund gesprochen habe und wir gelacht und die Unterhaltung genossen haben, lächelte ich noch Tage danach und erinnerte mich an diesen Moment und dachte daran, dass meine Tage, die ich in das Lernen der japanischen Sprache investiert hatte, der Mühe wert waren. Es ist der Mühe wert, wenn man den eigenen Fortschritt als ein magisches Gefühl erkennen kann.

Den ersten Satz, den man versteht, ist wie eine Reise in eine neue Welt. Höre dir ein Lied an und wie aus dem Nichts verstehst du plötzlich den Text. Diese Momente sind so schön! Ich höre mich wahrscheinlich sehr poetisch an, aber all das ist wahr. Also kann ich jeden nur ermuntern, das Sprachenlernen zu genießen und solche schönen Momente, die uns das Sprachenlernen schenkt, im Gedächtnis zu behalten.


Jacqueline, Sprachenthusiastin & beherrscht viele Fremdsprachen 

Habe keine Angst etwas falsch zu sagen, aber achte auf die Reaktionen, korrigiere entsprechend und lerne daraus. Manchmal lacht man noch Jahre später über die Missverständnisse 😉


Lena Konstantinidis, Sprachbloggerin auf Lernplan und Sprachenlust

Habe Spaß beim Lernen. Und lerne vor allem nur die Sprachen, die dir Spaß machen. Wichtig ist nicht, was andere sagen oder was andere für dich wollen. Wenn du Lust hast Schwedisch zu lernen, dann lerne Schwedisch. Wenn du die richtige Sprache noch nicht gefunden hast, dann schnupper in verschiedene Sprachen hinein und du wirst bestimmt die richtige Sprache für dich finden. Aber das wichtigste ist der Spaß dabei!


Olga Fin, Dolmetscherin 

Alles nutzen: Fernsehen, Kommunikation, Notieren von bereits bekannten Vokabeln mit Angaben zum Kontext/Sprachgebrauch, Lesen. Im Anfangsstadium: Ansprechen von Bedienungspersonal in Geschäften und Restaurants zwecks Erlernung neuer Vokabeln.


Philipp Doblhoff, Sprachblogger auf

Online Sprachen Lernen

Das Lernen nicht als „Lernen“ titulieren sondern einfach als Hobby oder Sport. Sich zwar Ziele setzen, aber nicht wie in der Schule auf Biegen und Brechen darauf hinarbeiten oder enttäuscht sein, wenn man diese nicht erreicht hat. Viele Tools und Techniken ausprobieren und bei denen bleiben, die am besten funktionieren.


Sabine D, lernt Russisch und berichtet darüber auf Sprachenblog

Mein wichtigster Tipp sind zwei. Der erste, wenn man die Gelegenheit hat zu sprechen, dann sollte man die unbedingt nutzen. Egal wie falsch sich das anhört. Die meisten Menschen schätzen es, wenn man in ihrer Sprache spricht.
Der zweite ist, ich würde nur eine Sprache lernen, die ich auch wirklich verwenden möchte, ansonsten wird es sehr schwer.


Thomas Mangold, lernt gerne Sprachen und Zeitmanagementexperte, bloggt auf Selbst-Management – effizienter Lernen – Arbeiten – Leben          THOMAS MANGOLD

Ab der ersten Sekunde die neue Sprache sprechen. Auch wenn es nur ein paar Wörter sind.


Udo Gollub, Sprachenthusiast und Gründer von Sprachenlernen24

Mein ganz persönlicher Tipp für alle Sprachenlerner ist: Jeder muss ausprobieren und seinen eigenen Weg finden. Nur wer Spaß beim Lernen hat, ist motiviert und bleibt bei der Sache.



Die Antworten unserer Experten aus dem Ausland in deren Originalsprache gibt es im Laufe der nächsten Tage auf meinem Blog.

Ich hoffe, dir hat die Serie gefallen! Möchtest du ähnliche Interviewserien in der Zukunft lesen? Ich freue mich über deine Kommentare!

Brauchst du weitere Tipps? Dann wirf doch einen Blick in mein Buch!

Herzliche Grüße

Christine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.