Die ABC-Liste des Sprachenlernens

ABC-Liste

Tipps zum Sprachenlernen sind immer ein Thema. Diesmal kam die Anregung dafür von Lerntippsammlung

Ich habe mich für eine ABC-Liste entschieden und für jeden Buchstaben des Alphabets nützliche Tipps zum Thema Sprachenlernen zusammengetragen. So fällt dir das Sprachenlernen noch einfacher und sicherlich ist der ein oder andere Tipp dabei, den du noch nicht kanntest.

A wie ABC-Liste

Diese ABC-Liste gibt dir viele Tipps zum Sprachenlernen. Zudem ist sie selbst ein Tipp, denn eine ABC-Liste kannst du auch gut für Grammatik- oder Vokabelthemen einsetzen. Das Prinzip ist genauso wie hier in dieser Liste: Du legst ein Thema fest, zum Beispiel „Lebensmittel in Französisch“ und schreibst die Buchstaben von A bis Z untereinander auf ein Blatt Papier. Dann ergänzt du, was dir dazu einfällt, natürlich immer beim jeweiligen Buchstaben. Durch die „Gedankenhilfe“ des ersten Buchstabens wirst du feststellen, dass du viel mehr Begriffe auflisten kannst, als wenn du vor einem leeren Blatt Papier sitzen würdest. Alternativ kannst du auch zu jedem Buchstaben einen Begriff schreiben und diesen dann – so wie in dieser Liste hier – erklären.

B wie Buch und Blog

Viele weitere Tipps zum Sprachenlernen gibt es natürlich in meinem Buch und diesem Blog hier. Ich freue mich nach wie vor über jeden einzelnen Leser, Kommentar und Käufer. Ebenso freue ich mich über Interaktion auf der Facebookseite oder auf Twitter. Davon leben diese Seiten schließlich. Außerdem mache ich das alles nur für dich.

C wie Cappuccino oder Café au lait

Wenn du ein Lerner bist, der sich sehr leicht ablenken lässt, dann achte darauf, auf dem Schreibtisch nur zur Sprache passende Utensilien zu haben. Dazu gehört auch, Cappuccino zum Italienischlernen zu trinken und Café au lait zum Französischlernen. Du lernst Englisch? Dann trinkst du eben Tee. Oder Cider.

D wie Denken

Denke immer wieder einmal einige Minuten zwischendurch in deiner Lernsprache. Das ist zu Beginn sehr schwierig, weil deine Gedanken immer wieder zur Muttersprache hin abschweifen, aber je mehr du übst, desto besser klappt das.

E wie Entspannung

Entspanne dich beim Lernen. Es hilft niemandem, am wenigsten dir selbst weiter, wenn du dich unter Druck setzt. Lerne in deinem Rhythmus und achte nicht darauf, ob deine Mitlerner schneller oder langsamer lernen als du. Jeder Mensch hat andere Voraussetzungen und andere Arbeitsweisen. Das Wichtigste ist, dass es für dich passt.

F wie Facebook

Natürlich kannst du viel und auch zu viel Zeit auf Facebook und allgemein in den sozialen Medien verbringen. Ich aber finde, dass sie ein großartiges Mittel sind, um die Sprache zu üben und anzuwenden und um sie in den Alltag zu bringen! Du kannst dir bei Facebook Seiten von Zeitungen abonnieren und dort über die täglichen Nachrichten auf dem Laufenden bleiben. Du kannst Lernportale und Blogs abonnieren und wirst über Neuigkeiten informiert. Du kannst aber auch Lerngruppen beitreten und dort lesen, Fragen stellen und kommentieren. Du ahnst nicht, wie hilfsbereit und freundlich die Menschen dort sind! Und wer weiß? Vielleicht wird dann aus einer virtuellen Freundschaft auch irgendwann mal eine im richtigen Leben?

G wie Grammatik

Viele Lerner hassen sie, einige wenige Lerner lieben sie. Wenn man aber in Sprachkursen fragt, welche Themen behandelt werden sollten, dann kommt meist die Antwort „Grammatik“. Ich finde Grammatik wichtig, allerdings sollte sie nicht überbewertet werden. Lerne Grammatik situationsbezogen, also dann, wenn du sie brauchst. Kein Italienischlerner braucht in den ersten beiden Lernjahren 6 verschiedene Vergangenheitszeiten. Kein Französischlerner braucht sämtliche Ausnahmen des Subjonctifs. Mut zur Lücke ist hier die Devise.

H wie Hausaufgaben

Hausaufgaben musstest du schon in der Schule machen? Auch im Sprachkurs gibt es welche? Sinnvoll sind sie allemal! Es macht allerdings wenig Sinn, sie auf den letzten Drücker 20 Minuten vor Unterrichtsbeginn schnell noch beim Banknachbarn abzuschreiben. Auch Tätigkeiten wie Hausaufgaben solltest du während der Woche einplanen.

I wie Intonation und Aussprache

Wenn du anfängst, eine Sprache zu lernen, dann kümmere dich so bald wie möglich um deine Aussprache und um die Intonation. Diese beiden Bereiche sind wichtiger als du vielleicht denkst! Stelle dir aber vor, ein Ausländer spricht jedes zweite Wort deiner Muttersprache falsch aus. Würdest du ihn dann noch verstehen? Vermutlich nicht. Dagegen wiegen Grammatikfehler wie mal eine falsche Endung nicht so schwer.

J wie Jugend gegen Alter

Junge Menschen lernen leichter eine Sprache – das höre ich immer wieder. Ich glaube aber, dass das nicht stimmt. Junge Menschen lernen anders. Ältere Menschen aber lernen wesentlich konsequenter und strukturierter. Sie können wesentlich mehr Lebenserfahrung einbringen und können sich Aufenthalte im Land ihrer Lernsprache leisten. Häufig sind sie auch flexibler in der Zeitplanung, weil sie nicht mehr berufstätig sind. Was allerdings stimmt, ist, dass ältere Menschen mehr Wiederholung brauchen als jüngere. Da Wiederholung aber bekanntlich nie schadet, ist das nicht unbedingt ein Nachteil.

K wie (Lern-)Kanäle

Welche Lernkanäle gibt es? Welche nutzt du? Die meisten Menschen sitzen vor einem Text und lesen ihn still. Damit nehmen sie ihn über die Augen auf. Was aber, wenn sie sich selbst den Text laut vorlesen? Dann werden Lernkanäle kombiniert – die Augen, die Ohren und der Mund. Die Aufnahme erhöht sich also um ein Vielfaches. Nicht umsonst heißt es: Lernende behalten im Durchschnitt ca. 20% von dem, was sie gehört haben, 30% von dem, was sie gesehen haben, 50% von dem, was sie gehört und gesehen haben, 70% von dem, was sie gehört, gesehen und selbst formuliert haben und 90% von dem, was sie selbst erarbeitet und selbst formuliert haben – vorausgesetzt, sie WOLLEN auch lernen. (Quelle: Bilde dich weiter )

L wie Lernplan

Wenn du immer wieder deine Lerneinheiten „vergisst“, dann solltest du über einen Lernplan nachdenken. Dieser kann, muss aber nicht detailliert sein. Du kannst entweder sehr genau festlegen, was du wann erledigen möchtest, oder du legst dein Wochenpensum fest und arbeitest es im Laufe der Woche ab. Welcher Plan besser zu dir passt, ist eine Typfrage.

M wie Material

Verwende erst einmal Material, welches dir zur Verfügung steht. Wenn es noch nicht das optimale Material für dich ist, ist das nicht schlimm. Anpassen kannst du jederzeit – und zwar dann, wenn du etwas Besseres findest. Bis dahin ist aber die beste Möglichkeit, mit den vorhandenen Materialien zu lernen. Du gehst doch auch nicht 20 Jahre lang zu Fuß, nur weil du dir das Mercedes Cabrio nicht leisten kannst, oder?

N wie Neu

Neue Lerninhalte merkst du dir umso leichter, je interessanter sie für dich persönlich sind. Lerne also, sofern du es dir aussuchen kannst, unbedingt mit Materialien, mit denen du gerne lernst, und mit Themen, die du interessant findest. Du wirst feststellen, dass dir dann das Lernen große Freude bereitet und du es kaum erwarten kannst, weiterlernen zu dürfen!

O wie Organisation

Bist du ein organisierter Lerner? Ich glaube, dass ein bisschen Lernorganisation immens hilft, auch wenn du nicht unbedingt To-Do-Listen schreiben willst. Dies betrifft nicht nur den Lernort, sondern auch und vor allem: Wie schaffst du es, Lernzeit in deinen Alltag zu integrieren? Ich habe für mich eine (beinahe) ideale Lösung gefunden. Probiere also aus: Lernst du besser am Vormittag oder am Abend? Kannst du vielleicht deine Vokabeln im Zug auf dem Weg zur Arbeit üben? Höre doch einmal Podcasts oder Hörbücher im Auto. Reserviere dir 15 Minuten vor dem Abendessen und lies ein englisches Buch. Es gibt hier so viele Möglichkeiten!

P wie Podcasts

Wenn du noch keine Podcasts hörst, wird es aber höchste Zeit! Diese abonnierbaren Hördateien aus dem Internet sind wie geschaffen zum Sprachenlernen, denn du findest mit Sicherheit Podcasts zu deinem Lieblingsthema in deiner Lernsprache! Zudem sind sie kostenfrei und lassen sich leicht auf den Computer, das Smartphone oder einen iPod herunterladen. Praktisch vor allem für unterwegs und für „tote Zeiten“.

Q wie Québec

Glaubst du, dass in Gegenden wie Québec oder auch der Schweiz nur Menschen wohnen, die ein außergewöhnliches Sprachentalent haben? Ich glaube das nicht. Vielmehr setzen sich diese Menschen tagtäglich mit der Sprache auseinander und beschäftigen sich ständig damit. Selbst in Indien gibt es Gegenden, in denen die Menschen 4 oder 5 verschiedene Dialekte beherrschen. Alles nur Talent?

R wie Referate

Schüler und Studenten müssen immer wieder Referate halten. Natürlich halte ich hier nicht dazu an, Referate abzuschreiben, aber dennoch kann ab und zu eine Grundidee nicht schaden. Daher empfehle ich das Portal Lerntippsammlung , welches mit einer Vielzahl von Referaten zu den unterschiedlichsten Themen aufwarten kann. Auch für erwachsene Lerner ist das Portal geeignet – sie finden dort nämlich Informationen über Themen in der Fremdsprache: Interesse an Argentinien? Dann gehe auf die „Spanisch-Seite“ und rufe die „Argentinien-Referate“ auf. Für dich ist eher Italien interessant? Dann ab auf die „Italien-Seite“ und in den Rom-, Toskana- und Dante-Alighieri-Referaten gestöbert!

S wie Sprechen

Viele Lerner sagen sich: „Wenn ich die Sprache erst einmal perfekt kann, dann spreche ich mit den Menschen.“ Das ist aber ein Trugschluss, denn Sprechen lernt man nur durch Sprechen. Wie sollst du denn wissen, wie es sich anfühlt, mit anderen Menschen in Italienisch oder Portugiesisch zu kommunizieren, wenn du es nie ausprobierst? Springe also über deinen Schatten und fange so bald wie möglich an zu sprechen. Und habe keine Angst vor Fehlern – je mehr du davon machst, desto besser.

T wie Tandempartner

Suche dir Tandempartner zum Lernen. Diese können vor Ort sein oder auch in den entsprechenden Ländern sitzen. Es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten, an Lern- und Sprachpartner zu kommen! Beispielhaft seien die Tandemserver der Universitäten, die Seite Italki und verschiedene Facebook-Gruppen genannt.

U wie Übung

Wenn du Lerninhalte leicht verwechselst, dann übe nicht beide zusammen. Normalerweise übt man ja zum Beispiel „para“ und „por“, indem man die beiden Präpositionen (mein ewiges Hass-Thema im Spanischen!) gegenüberstellt. Ich habe aber gute Erfahrungen damit gemacht, erst einmal nur „para“ zu üben. Erst wenn das richtig sitzt, übe ich „por“. Und anschließend beides zusammen. Inzwischen wende ich die Formen manchmal sogar richtig an. Und werde dann von Carlos oder Estrella gelobt. Neuerdings auch von Daniel.

V wie Vielfalt

Vielfalt und Abwechslung sind das A und O beim Sprachenlernen. Nichts ist langweiliger als ständig nur auf dieselbe Art zu lernen. Übe also die vier Fertigkeiten Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen abwechselnd und mit vielfältigen Materialien.

W wie Wiederholungen

Vergiss nicht, ausreichend Wiederholungen in dein Lernen einzubauen. Ideal sind Wiederholungen in zeitlich immer größeren Abständen. Die erste Wiederholung findet statt nach einer Stunde (wenn möglich), die nächste dann nach einem Tag. Die dritte Wiederholung dann nach 3 bis 4 Tagen, die vierte Wiederholung nach ein bis zwei Wochen, dann nach einem Monat, nach einem halben Jahr. Sobald Lerninhalte nicht gewusst werden, wandern sie bei den Wiederholungsintervallen wieder nach vorne und werden wieder häufiger wiederholt.

Das Beste: Wenn du einen digitalen Vokabeltrainer wie Babbel, Memrise oder Phase-6 nutzt, brauchst du dich um die Wiederholungsphasen nicht zu kümmern. Diese Programme sagen dir nämlich ganz genau, was zu wiederholen ist und wann der optimale Zeitpunkt dafür ist. Das spart dir natürlich eine Menge Zeit.

X wie zum x-ten Mal anfangen

Viele Lerner sagen sich immer wieder: Wenn ich in Rente bin, dann lerne ich Spanisch. Wenn ich mehr Zeit habe, dann lerne ich Italienisch. Was glaubst du aber, was passieren wird? Ganz genau: nämlich nichts. Daher mein Rat: Fange sofort an zu lernen – auch wenn du nicht viel Zeit hast oder noch lange nicht in Rente bist.

Y wie Yeah, geschafft!

Wenn du dein Ziel erreicht hast – oder auch ein vorher definiertes Teilziel davon -, dann belohne dich und klopfe dir selbst auf die Schulter. Sei stolz auf dich und freue dich an deinen Erfolgen!

Z wie Ziel

Setze dir ein Ziel beim Lernen. Wofür brauchst du die Sprache? Willst du im Urlaub mit den Einheimischen in typischen Urlaubssituationen sprechen, bekommst du einen italienischen oder französischen Schwiegersohn und möchtest mit dessen Familie kommunizieren oder brauchst du die Sprache beruflich? Je nach Zielsetzung wird nämlich auch der Weg dorthin bestimmt.

Was du jetzt tun sollst

Picke dir die für dich passenden Vorschläge heraus und setze einen nach dem anderen um.

Ich freue mich auch sehr über Kommentare und „Gefällt mir“ – ebenso wie über das Teilen und Weiterempfehlen meiner Artikel. Vielen Dank dafür!


Disclaimer: Dieser Artikel wurde mit freundlicher Unterstützung von Benjamin Lochmann New Media GmbH von mir verfasst.

2 Kommentare

  1. Lile Sheshaberidze

    28/07/2018 at 08:32

    liebe Frau Christine,
    ich bin Studentin deutscher Philologie aus Georgien, ich lese Ihre Tipps jeden Tag, sie sind wirklich super, Dank Ihnen es ist sehr lustig Sprache zu lernen und zu verbessern, Danke für Motivation!

    • Christine

      28/07/2018 at 19:14

      Hallo Lile,

      es freut mich sehr, dass dir die Tipps gefallen! Viel Erfolg weiterhin beim Lernen – und natürlich kannst du dich bei Fragen an mich wenden.

      Viele Grüße nach Georgien
      Christine

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